Reetz (Blankenheim)

Der Blankenheimer Ortsteil Reetz liegt umgeben von vielen Wiesen und Feldern in einem Talkessel. Nördlich von Reetz entspringt der Reetzerbach, der gen Süden fließt und in die Ahr mündet. Zum Freilinger See sind es keine zwei Kilometer in südöstlicher Richtung.

Erstmalig erwähnt wurde Reetz als Recene1148. Nicht ganz so alt ist das Burghaus, das auf das 16. Jahrhundert zurückgeht. Das Burghaus Reetz, oft auch nur Burg Reetz genannt, wurde zweigeschossig aus Bruchsteinen gemauert und hat kleine mit Holz umrahmte Fenster. An der Traufseite ist eine stark verwitterte Inschrift in einem Türsturz zu sehen, die auf die Entstehungszeit hinweist. Das Burghaus ist in Privatbesitz.

Die katholische Pfarrkirche St. Margareta verweist auf Ursprünge im 15. Jahrhundert. Eine ihrer Glocken ist aus dem Jahr 1486. Die Kirche ist einschiffig und erhielt im 17. Jahrhundert an der Ostseite des Chors eine Sakristei. Das heutige Langhaus stammt aus den Jahren 1976-77, da das alte baufällig geworden war.

Nördlich von Reetz liegt eine Bekanntheit der anderen Art. Im Kalten Krieg war hier eine Raketenstellung der NATO-Luftabwehr, um angreifende Flugzeuge auszuschalten. Es heißt, dass ab 1982 auch atomar bestückte Sprengköpfe in Reetz bevorratet waren, unter der Kontrolle des großen Bruders USA. Zu der Zeit wurden zwei zusätzliche Wachtürme gebaut und ein weiterer Zaun in die Landschaft gesteckt.

Die militärische Geschichte dieser Eifelregion begann bereits im zweiten Weltkrieg. Wer sich hier an der L 115 beispielsweise auf Spurensuche begeben will, muss zwar genau hinsehen, kann aber noch Fundamente von Abschussrampen finden. Von einer dieser „Schleudern“ soll 1944 eine der ersten V1 Raketen gen Brüssel abgeschossen worden sein. Das V steht für Vergeltungswaffe und die Rakete war ein Marschflugkörper. Von den 13 Geschossen an jenem Tag landeten jedoch vier in der nahen Umgebung. Das führte zum Spruch: „Leute nehmt die Köpfe weg, es kommt V1, der Eifelschreck“.