Ratingen-Breitscheid

Breitscheid ist der nördlichste Stadtteil von Ratingen und Autofahrern wohl bekannt durch das Autobahnkreuz Breitscheid, wo sich A 3 und A 52 treffen und es gerne staut. Wer die Gelegenheit nutzt und von der Autobahn abfährt, kann in Breitscheid z.B. Schloss Linnep bewundern.

Schloss Linnep steht südöstlich des Ortskerns. Ein Bergfried wurde schon im 11. Jahrhundert benannt, doch der heutige Bau entstammt dem 18. Jahrhundert. 1833 erwarb Familie Brügelmann (Besitzer der Textilfabrik Cromford) das Anwesen. Noch heute ist Schloss Linnep in privater Hand, man kann sich aber für Festlichkeiten wie Hochzeiten einmieten. Schloss Linnep zeigt sich als eher kompakte Anlage mit einem großen Turm, in dem unten eine Kapelle ist und einem kleinen Turm, mehreren Gebäudeteilen und gibt insgesamt ein malerisches Bild ab.

Nahebei, auf der anderen Straßenseite, steht eine einfache gemauerte Waldkirche mit Dachreiter, in der die evangelisch Gläubigen ab 1684 ihre Gottesdienste feiern konnten. Die Linneper Waldkirche ist ein schlichter Saalbau auf rechteckigem Grundriss, die Außenwände sind aus Bruchsteinen. Ebenfalls in der Nachbarschaft steht Gut Landskron.

Einen architektonischen Kontrapunkt setzte die katholische St. Christophorus Kirche in Breitscheid. Die ist da, wo das rote Dach wie eine Zwergenmütze aus dem Panorama lugt. Die Pfarrei wurde erst 1958 neu gegründet und unter das Patronat des Heiligen für Reisende und Pilger gestellt, da die Kirche ursprünglich auch als Autobahnkirche geplant worden war. Die Christopheruskirche wurde 1976 eingeweiht.

Hält man sich von Breitscheid aus ostwärts in Richtung Kettwig, kommt man ins Naturschutzgebiet Wälder bei Hugenpoet und Landsberg. Knapp 200ha umfasst das Gebiet, das wegen dem Erhalt und der Pflege eines zusammenhängenden Waldgebiets am Ballungsraumrand geschützt wird.

In diesem Waldgebiet steht Schloss Landsberg. Schloss Landsberg geht auf eine mittelalterliche Höhenburg des 13. Jahrhunderts und Graf Adolf V. von Berg zurück. Die Burg sicherte den Ruhrübergang. Später wohnte der Industrielle August Thyssen auf Schloss Landsberg. Heute dient Schloss Landsberg der ThyssenKrupp AG als Veranstaltungsort. Im Stil des Historismus erhielt das Schloss Landsberg im 17. und 18. Jahrhundert sein Gewand. Rund um das Schloss ist ein großer naturbelassener Wald, der von einigen Wanderwegen durchzogen ist.

Wandert man durch den Wald in südlich Richtung, kommt man zum jüdischen Friedhof am Blomericher Weg. Einst zählte er zum historischen Ort „Kettwig vor der Brücke“ und somit zu Essen. Die dort ansässigen Juden hatten zwei Begräbnisstätten in der näheren Umgebung und der Friedhof am Blomericher Weg ist der ältere und wurde ab 1786 belegt, rund hundert Jahre lang. Auf dem umzäunten Friedhof, der offen zugänglich ist, stehen zahlreiche alte Grabsteine.