Propstei Buchholz

Ein bemerkenswertes Beispiel der Romanik im Brohltal stellt die ehemalige Propstei Buchholz dar. Sie liegt auf den Höhen zwischen Burgbrohl und Glees. Von Burgbrohl aus führt eine schmale Straße, die sich zu einem Feldweg verjüngt, zu der Propstei, die heute als Bauernhof genutzt wird, wobei sich ein rühriger Förderverein um die Erhaltung der Kirche kümmert und dort beispielsweise Konzerte anbietet. Entweder man geht die halbe Stunde von Burgbrohl zur Propstei oder fährt von der Straße Burgbrohl nach Glees rechts ab. Dabei fällt das barocke Weinberghäuschen aus dem Jahr 1768 ins Auge. Es gehörte dem Abt Ambrosius Specht.

Die Propstei Buchholz ist eine der ersten Gewölbebasiliken im Rheinland und heute eine versteckte Stätte historischer Baukunst. Selbst das, was noch zu sehen ist, lässt erahnen, wie monumental die Kirche St. Servatius einst gewesen sein muss. Die Propstei zählte zur Abtei Gladbach aus Mönchengladbach am Niederrhein und die Basilika war großzügig dimensioniert.

Die Propstei Buchholz war für die Abtei Gladbach der Weinlieferant und dort wo jetzt Wald ist, wuchs bis ins 18. Jahrhundert eine gute Rebe für den Rotwein, der für Messen gebraucht wurde. Wer groß baut, braucht auch im Nachhinein ausreichende Mittel für die Unterhaltung. In Buchholz hatte man sich wohl übernommen und als 1644 lothringische Truppen den Ort plündernd durchzogen, gab das Kloster den Erhaltungsgedanken der großen Propsteikirche auf und man baute zurück.

1683 wurden die Seitenschiffe abgerissen sowie das westliche Langhaus. An der Stelle entstand eine ansehnliche barocke Westfassade. Ebenso noch zu sehen ist das Blendtriforium mit Blattrankenfries unter dem Kreuzrippengewölbe des östlichen Langhausjoches, sehr fein gearbeitet! Das Blattrankenfries war einst mit weißer, rosa und roter Farbe gemalt. Es heißt, es könne aus der Werkstatt des Laacher Samsonmeisters sein. Laacher Samsonmeister ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von spätromanischen Steinmetzen, die zwischen 1190 und 1220 in nieder- und mittelrheinischem Gebiet tätig war. Das heute so genannte Samson-Fragment in der Abtei Maria Laach begründete den Namen der Gruppe.

Wenngleich dieser Ort bereits von außen schon romanisch-romantische Blicke bietet, lohnt es sich für Kirchen-Interessierte, sich vorab um den Schlüssel zu kümmern, den man auf dem Bauernhof bekommen kann, um das Innere der Kirche zu sehen. Auch Führungen können vereinbart werden.