Pirna Rundtour über Sonnenstein (Sächsische Schweiz)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 15 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 49 Min.
Höhenmeter ca. ↑430m  ↓430m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Im schmucken Pirna endet der Malerweg mit seiner 8. Etappe. „Sandstein voller Leben“, titelt die Stadt an der Elbe für sich, die sich auch als Tor zur Sächsischen Schweiz sieht. Pirna ist in das Dresdener Elbtal eingebettet, mit Elbsandstein, Wald und Obstwiesen. Rund um den Markt und die Kirche St. Marien sind malerische Plätze, etliche Kulturdenkmäler wie zum Beispiel das Schloss Sonnenstein mit Park und seiner teilweise grausamen Geschichte.

Wir beginnen am Elbeparkplatz (P6) und mit einem Stadtbummel und wandern durch die Dohnaische Straße mit denkmalgeschützten Günderzeit-Häusern aus dem 19. Jahrhundert. Die Sandsteinfassaden sind zum Teil mit Klinkern und Erkern prachtvoll geziert. Auch die Schlössergasse zeigt zahlreiche schöne Bauten und leitet uns zum Marktplatz.

Am Markt in der Altstadt steht das Rathaus mit Uhrenturm, das erstmalig 1396 erwähnt wurde. Tuchmacher, Schuster, Bäcker und Fleischer boten ihre Waren feil. Das Rathaus zeigt mehrere Stile: Spätgotik, Barock und Renaissance. Es wurde Mitte des 16. Jahrhunderts maßgeblich umgebaut.

Ein weiteres Highlight historischer Baukunst ist das sogenannte Canalettohaus, ein Bürgerhaus, das in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts sein Aussehen erhielt. Es zeigt den Übergang der Gotik zur Renaissance. Um 1755 erlangte Pirna durch den venezianischen Maler Bernardo Bellotto (1721/22-1780), genannt Canaletto, Berühmtheit mit dem Gemälde: Der Marktplatz zu Pirna. Canaletto war für seine Veduten bekannt, das sind originalgetreue Darstellungen von Landstrichen, Städten und Plätzen. Das Canalettohaus beherbergt die Touristeninformation und eine kleine Ausstellung zu Canaletto.

Prächtig erhebt sich die evangelisch-lutherische Stadtkirche St. Marien (1502-1546) als dreischiffige Hallenkirche, mit einem 25m hohen selbsttragenden Dachstuhl und einem 60m hohen Turm. Im Inneren beeindruckt ein kunstvolles Fischblasen-Gewölbe im Altarraum und das Deckengewölbe allgemein. Wir sehen zudem zahlreiche sakrale Malereien, wie sie selten dieser Art aus der Zeit der Reformation zu sehen sind. Der 10m hohe Sandstein-Altar (1609) lässt uns ebenfalls staunen und auch der Taufstein (1561) mit den Kinderfiguren, der bereits von Goethe bewundert wurde.

Jetzt geht’s zu Pirnas Krone mit Burg, Schloss und Festung Sonnenstein auf einem Felsplateau rund 70m über der Elbe.  Die Anlage geht auf eine slawische Ansiedlung und das 10. Jahrhundert zurückgeht. Wundervoll sind auch die umgebenden Terrassengärten. Seit 2008 wurde die Schlossanlage rekonstruiert. Hier ist der Landratssitz der Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ansässig und auch das Gericht. Daneben ist die Kulturkirche Rosenwerk, die einstige Anstaltskirche, die an Privat verkauf wurde und leider ein wenig vor sich hin rottet.

Jetzt sind wir im dunklen Kapitel des Sonnensteins, denn aus der 1811 hier entstandenen Heilanstalt wurde zur NS-Zeit eine Tötungsanstalt. 13.720 Menschen, zumeist mit Behinderung, wurden dort ermordet. Daran erinnern Denkmäler auf dem Sonnenstein.

Nach dem Verlassen des Schlossareals bietet sich ein Ausblick an der Elbleite, wir wandern steil talwärts an die Elbe und entlang dem Sträßchen Vogelsang am Ufer entlang. Bei Obervogelsang gewinnen wir binnen etwa 600m Strecke rund 100m Höhe bis zum Ratsleitenturm mit Wald und Felsen. Durch Ebenheit (Struppen) geht es dann tatsächlich mehr oder wenig eben sowie durch ein Obstanbaugebiet. Durch die landwirtschaftlichen Flächen gehen wir leicht bergan, kommen in einen Wald und langsam wieder talwärts über den Mittelweg durch das Gebiet Viehleite.

Aus südlicher Richtung wandern nähern wir uns Pirna, wobei wir andere Wegen durch den Schlosspark nehmen. In der Altstadt kommen wir an der katholischen Kirche St. Kunigunde vorbei (1869 geweiht), mit einem 40,5m hohen Turm. Dann lenken wir unser Augenmerk auf die Klosterkirche.

Die Klosterkirche Pirna, auch Kirche St. Heinrich, wurde um 1300 von Dominikanern gegründet und zeigt sich nach Erweiterung als zweischiffige Hallenkirche. Im Inneren konnten die Gewölbemalereien gesichert werden. Aus dem Jahr 1973 ist das 6m hohe Standkreuz sowie Altar und Pult aus dicken Holzbalken, vom Bildhauer Friedrich Press (1904-1990) aus Dresden. Durch den Klosterhof kommen wir zum Ausgangsort zurück.

Bildnachweis: Gemeinfrei, Link

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