Piesport

Piesport ist der größte Weinbauort im Anbaugebiet Mosel, dem ältesten Weinbaugebiet Deutschlands und der größten Rieslinganbaufläche der Welt. Viele Superlative, die da zusammenkommen. Flächenmäßig erstreckt sich der größere Teil der Gemeinde Piesport rechts der Mosel im Hunsrück rund um den Ortsteil Niederemmel. Alt-Piesport aber und die weltbekante Weinlage Piesporter Goldtröpfchen liegen in der Eifel links der Mosel.

Das Piesporter Goldtröpfchen liegt oberhalb des Piesporter Otsteils Ferres und umfasst eine Anbaufläche von 66ha, die der Form eines Amphitheaters ähnelt. Das Piesporter Goldtröpfchen ist eine sogenannte erste Lage für Große Gewächse im Bernkasteler Ring. Die erste bekannte schriftliche Verwendung des Lagenamens stammt aus dem Jahre 1868. Damals verkaufte ein Winzer aus Piesport gemäß einem Kellerbuch aus dem Jahre 1875 insgesamt dreizehn Flaschen 1868er Piesporter Goldtröpfchen nach Berlin zum Preis von 6 Mark je Flasche.

Kommt man von einem Spazergang durch die Weinberge zurück an die Mosel, trifft man am westlichen Ortseingang von Piesport auf den Standort einer römischen Großkelteranlage. Diese römische Kelteranlage ist der archäologische Nachweis, dass in Piesport schon seit dem 4. Jahrhundert Weinbau betrieben wird. Das im Laufe der Zeit verschiedentlich erweiterte Gebäude umfasste zuletzt eine Breite von mehr als 44m und eine Tiefe von mindestens 20m. Man vermutet, dass die Römer hier pro Jahr 60.000 Liter Wein kelterten – Kriegsführung macht durstig.

In Piesport selbst sollte man einen Blick auf die katholische Pfarrkirche St. Michael werfen. Die St. Michael Kirche entstand 1776-77 und wird von einem knapp 53m hohen Turm dominiert. Im Inneren zeigt sie eine prachtvolle Rokoko-Ausstattung. Die drei monumentalen Deckengemälde eines Trierer Künstlers werden auch Piesporter Himmel genannt und wurden 1778 angefertigt.

Folgt man der Mosel flussabwärts, kommt man kurz bevor man die Gemarkung von Minheim erreicht zur sogenannten Mosel-Loreley, einem Felsmassiv, das ein bisschen an die „große“ Loreley am Rhein erinnert und sich 85m hoch über die Mosel erhebt. Hier muss man zu Fuß hin, denn für Straßen ist kein Platz. Daher kann man die Weinstöcke am Hang der Mosel-Loreley auch nur per Boot erreichen – was es in dieser Form wohl nur einmal in Europa gibt. Oder man wandert von hinten auf die Spitze der Mosel-Loreley, sieht die Weinhänge unter sich und genießt den Blick auf Piesport und das Moseltal zwischen Eifel und Hunsrück.

Regionaler Bezug:

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