Pfarrkirche St. Nikolaus (Wipperfürth)

Wipperfürth ist nicht nur Hansestadt und die erste Stadt, die in der Grafschaft Berg gegründet wurde. Nein, Wipperfürth ist auch Standort einer der wichtigsten Kirchen im Bergischen Land. Die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus direkt an der Wupper gilt als eindrucksvolles Zeugnis des romanischen Baustils und als einheitlichster Kirchenbau im Oberbergischen. Die Nikolauskirche ist überdies das mit Abstand älteste Gebäude in dem mehrfach von Brandkatastrophen heimgesuchten Wipperfürth.

Die Nikolauskirche wurde wahrscheinlich 1143 als Filialstift der Kölner Basilika St. Aposteln erbaut. Sie stand direkt an der Stadtmauer, weshalb der Kirchturm als Wehrturm ausgeführt wurde. Er ist stolze 57m hoch und erlaubte eine weite Fernsicht und diente gleichzeitig als überregionale Landschaftsmarke. Neben dem großen Turm zeigt das für romanische Kirchen große Mittelschiff die Bedeutung von St. Nikolaus im Mittelalter.

Das wichtigste Ausstattungsstück der mächtigen Kirche ist die Wipperfürther Turmmadonna. Die Muttergottesstatue stammt aus einer Künstlerwerkstatt in Köln und wurde um 1400 gefertigt. Im frühen 18. Jahrhundert ließ der örtliche Pfarrer die Madonna im Turm aufhängen – eine Form praktischen Diebstahlschutzes. Und seit dieser Zeit kennt man die Wippersfürther Muttergottesstatue als Turmmadonna.

Neben einem aus Blei gegossenen Taufstein aus dem 15. Jahrhundert gehört zur Ausstattung der Pfarrkirche St. Nikolaus auch ein frühgotischer Kelch, der 1555 nach Wipperfürth kam und wohl in Paris gefertigt wurde. Fachleute sind sich einig: Der Kelche gehört zu den besten Erzeugnissen seiner Zeit.