Oberselters

Nur knapp 2km von Niederselters entfernt liegt das Brunnendorf Oberselters. Bis auf den Namen und eine lange Mineralbrunnentradition haben beide Orte aber nicht so viel gemeinsam, denn sie sind seit alters her politisch getrennt. Daher stimmten 1974 die Gemeindevertreter von Oberselters auch für einen Anschluss an Bad Camberg und schlugen die Offerte aus Niederselters aus, sich in die Gemeinde Selters zu integrieren.

In Oberselters ist auf dem zentralen Dorfplatz die barocke und 1776 erbaute Pfarrkirche St. Antonius der Mittelpunkt. Bereits für 1448 ist hier eine Kapelle nachgewiesen auf deren Mauern dann die jetzige katholische Pfarrkirche erbaut und um ein angebautes Pfarrheim erweitert wurde. Die sehenswerte Innenausstattung besteht u.a. aus einer stuckverzierten Spiegeldecke, barocken Statuen und einer Kanzel aus Nussbaumholz.

Der Brunnen auf dem Platz vor der St. Antonius Kirche weist auf die heutige Bedeutung von Oberselters als Mineralquellenort hin. Bereits 1784 brach nördlich von Oberselters erstmals die Mineralquelle auf, die aber auf politischen Druck der Kurfürsten von Trier wieder verschlossen werden musste. Die Abfülltradition in Oberselters beginnt damit erst 1870 und wird bis zum heutigen Tag durch die Marken Oberselters, Katharinenquelle fort gesetzt.

Am Emsbach unweit der Mineralquelle liegt die historische Waldschmiede Oberselters, die mit einer Hammermühle betrieben wurde. Schon 1483 wird sie erstmals erwähnt. Geschmiedet wurde aber nicht allzu lange, denn ab 1489 bis 1922 diente die Hammermühle dann als Getriedemühle. Dann folgte die Umwidmung zu einer Schrotmühle. Heute mahlt in der Hammermühle Oberselters leider gar nichts mehr und das in Privatbesitz befindliche Anwesen ist stark baufällig.