Oberodenthal

Wenn Sie in Ihr Navigationsgerät Oberodenthal eingeben, wird der digitale GPS-Assistent nicht fündig werden. Und das, obwohl Oberodenthal 2012 auf Kreisebene die Goldmedaille im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen hat. Die Begründung ist einfach: Oberodenthal ist kein Dorf, sondern ein Oberbegriff für eine Reihe von kleinen Weilern, die zwischen Altenberg und der Großen Dhünntalsperre liegen.

In Övver Ohnder lebt man zwesche Talsperr un Dom. Und landschaft reizvoll ist dieser Landstrich im Bergischen Land speziell auch für Wanderer, die die Große Dühnntalsperre erkunden wollen oder sich die naturgeschützten Bachläufe von Pfengstbach im Norden und Scherfbach im Süden als Wanderziel ausgesucht haben.

Was aber gibt man nun im Navi ein, um nach Oberodenthal zu kommen? Am Besten Odenthal-Neschen. Dieser Weiler liegt mittendrin in Oberodenthal und man kann sich hier ein interessantes Bürgerprojekt anschauen: Ein alter Wasserturm, von den Bürgern 1928 erbaut, dann später nicht mehr gebraucht, haben die Neschener Bürger den Wasserturm mittlerweile mit eigenen Kräften saniert und zum Dorfmittelpunkt ausgebaut – mit Sitzbänken, einem überdimensionierten Schachspiel und moderner LED-Beleuchtung.

Ebenfalls in Neschen steht die 1963 eingeweihte St. Michael Kirche, die wie der Altenberger Dom sowohl von der katholischen als auch der evangelischen Gemeinde simultan genutzt wird.

Geht man von Neschen die Altenberger Straße in Richtung Altenberg, kommt nach Hüttchen. Hier liegt der Kochshof, ein Bauernhof, der wohl schon im 11. Jahrhundert bestanden hat und von den Grafen von Berg für die Versorgung von Burg Berge gegründet wurde. Später kam der Kochshof an das Kloster Altenberg. Heute hat hier im Dhünntal die Jugendgruppe Zugvogel deutscher Fahrtenbund ihren Bundessitz.

Westlich in Richtung Altenberg liegen die Dörfchen Großgrimberg und Schöllerhof. Hier befanden sich einst mehrere Mühlen, die Schwarzpulver herstellten. Die Pulvermühlen im Helenental am Nordufer der Dhünn sind heute als Bodendenkmal geschützt. Mit geübtem Auge kann der Wanderer hier noch Reste zahlreicher Mühlen, Wassergräben und Wehre entdecken.