Altenberger Dom

Der Altenberger Dom darf sich wohl zurecht damit schmücken, die bekannteste Kirche im Bergischen Land zu sein. Der Altenberger Dom wurde ab 1255 im gotischen Stil als Klosterkirche St. Maria Himmelfahrt für die Abtei Altenberg errichtet. Zur Grundsteinlegung reiste eigens Graf Adolf IV. von Berg an, der wenige Jahre zuvor auch den Grundstein zum Kölner Dom gelegt hatte. Anders als beim Kölner Dom, wurde der Altenberger Dom jedoch etwas früher fertig. 1379 gilt als Jahr der Fertigstellung einer der schönsten gotischen Kirchen, die Deutschland zu bieten hat.

Gebaut ist der Altenberger Dom aus Trachytgestein, der am Drachenfels (321m) im Siebengebirge gehauen wurde. Der Altenberger Dom ist eine dreischiffige Basilika mit einem Chorumgang und sieben Chorkapellen. Im Bereich des Chorumgangs befinden sich die ältesten Fenster der Kirche, die noch ohne bildliche Darstellungen auskommen.

Ganz anders dagegen das Westfenster, das um 1397 entstand und das mit einer Fläche von 162qm als größtes gotisches Kirchenfenster nördlich der Alpen gilt. Das Westfenster des Altenberger Doms stellt das himmlische Jerusalem dar. Die Stifter des Fensters, das erste bergische Herzogspaar, sind als kniende Figuren in der Zentralgruppe der Glasmalerei dargestellt. Der kunsthistorische Wert des Westfensters wird von manchen Experten mit dem Freskenzyklus der Sixtinischen Kapelle gleichgesetzt.

Der Altenberger Dom wurde im 19. Jahrhundert durch einen Brand schwer beschädigt. Die Ruine wurde mit finanzieller des preußischen Königs 1836-48 wieder hergestellt und wird seitdem auf Wunsch des Königs sowohl von der katholischen als auch von der evangelischen Gemeinde als Simultankirche genutzt.

Die Klostergebäude rund um den Altenberger Dom wurden dagegen im Wesentlichen abgetragen. Auf den Grundmauern der alten Abtei entstand in den 1920er Jahren die katholische Jugendbildungsstätte Haus Altenberg. Sie war die erste Einrichtung der katholischen Jugend dieser Art. 1926 wurde in Haus Altenberg Pfadfinderschaft St. Georg gegründet. Noch heute ist Haus Altenberg das Zentrum der katholischen Jugend im Rheinland.

Das älteste heute noch erhaltene Gebäude der früheren Klosteranlagen in Altenberg ist der ehemalige Konversenflügel, der heute den Altenberger Dom-Laden beherbergt. Dieser Gebäudeflügel stammt im Kern noch aus dem 13. Jahrhundert, so dass ein Besuch des Dom-Ladens am Hauptportal gleich doppelt lohnt.

Deutlich neuer, aber dennoch ein echter Hingucker, ist das alte Brauhaus. Dieser Gebäudetrakt der Abtei Altenberg stammt aus dem 18. Jahrhundert und beherbergte neben dem Brauhaus auch die Ölmühle und das Walkwerk sowie eine Marienkapelle.

Über viele Jahrhunderte diente der Altenberger Dom als Grablege der Grafen und Herzöge von Berg. So findet man im Altenberger Dom u.a. die Gräber des Kreuzfahrers Adolf II. von Berg, des Münsteraner Bischofs Konrad I. von Berg und von Wilhelm I., dem ersten Herzog von Berg. Auch das Herz des Grafen Engelbert, Erzbischof von Köln, ist in der Nische der Scheitelkapelle im Altenberger Dom bestattet.

Wer dem Altenberger Dom einen Besuch in besonders stimmungsvoller Kulisse abstatten will, der kommt am zweiten Adventswochenende nach Altenberg. Dann findet traditionell der Weihnachtsmarkt am Altenberger Dom statt – eine schöne Alternative zu den großen und lauten Weihnachtsmärkten in den Großstädten am Rhein.