Neumagen-Dhron

Weinhotel LandsknechtWeinhotel Landsknecht

Noviomagus Treverum war eine von den Römern gegründete Ansiedlung an der Mosel. Im 4. Jahrhundert entstand hier das große Kastell Neumagen. Der römische Dichter Ausonius beschrieb es in seiner Mosella, das einizige überlieferte antike Gedicht, das sich ausschließlich einem Fluss widmet.

Ausonius schreibt: „Et tandem primis Belgarum conspicor oris Noiomagum, diui castra inclita Constantini“ („Und endlich erblickte ich im vorderen Grenzlande der Belger, Noviomagum, das berühmte Lagerkastell des göttlichen Constantinus“).

Neumagen-Dhron in seiner heutigen Form entstand 1969 durch die Zusammenlegung der Gemeinden Neumagen (an der Mosel) und Dhron (im Dhrontal, das hier in die Mosel einmündet). Heute nennt man sich stolz Deutschlands ältester Weinort. Das hat einen Grund.

1878 fand man in Neumagen das Grabmal eines römischen Weinhändlers aus der Zeit um 220. Der Grabstein war in Form Schiffes gehauen auf dem Fässer transportiert werden. Dieses Neumagener Weinschiff ist ein deutlicher Beleg dafür, dass in Neumagen seit nun rund 2.000 Jahren Weinbau und Weinhandel betrieben wird. Ein Abguss des Neumagener Weinschiffs steht heute im Ort.

2007 wurde ein hölzerner Nachbau des Neumagener Weinschiffs in Betrieb genommen, die Stella Noviomagi (lat. für „der Stern Neumagens“). Gebaut haben es Auszubildende der Handwerkskammer Trier. Die Stella Noviomagi ist das größte jemals im deutschen Sprachraum nachgebaute, schwimmfähige Römerschiff. Das Schiff kann von Gruppen gechartert und entweder selbst gerudert oder per Motor gefahren werden.

Ein weiteres Relikt aus der Römerzeit ist der Neumagener Leugenstein. Die Leuge ist ein nicht mehr gebräuchliches Längenmaß und entspricht ungefähr 2,22km Länge. Leugensteine waren Markierungen entlang von Handelswegen, nach denen man wusste, wie weit man sich dem Ziel genähert hatte. Der Neumagener Leugenstein wurde 212 aufgestellt an der Fernstraße von Trier nach Bingen, dem heutigen Ausoniusweg.

Der Leugenstein steht direkt an der katholischen Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt, die 1792-93 auf den Resten einer Kirche von 1190 errichtet wurde. Aus dem 12. Jahrhundert stammt heute noch der Kirchturm. Die Kirche besitzt wertvolle Statuen und Reliquienschreine. Zu den Kirchenschätzen zählen auch zwei prunkvolle Messgewänder aus der Zeit um 1500 bis 1700.

Ebenfalls ein „altes Schätzchen“ ist die Peterskapelle, deren Chor wohl im 13. oder 14. Jahrhundert erbaut wurde. Das Schiff mit spätgotischen Fenstern wurde im frühen 18. Jahrhundert erbaut. Insgesamt beeindruckt Neumagen mit seiner dichten Bebauung aus dem 16. bis 19. Jahrhundert.

In Neumagen-Dhron mündet die Dhron in die Mosel. Die Dhron ist ein 36km langer Fluss, die bei Hinzerath entspringt. In der Neumagen-Dhroner Ortslage Papiermühle fließt die Kleine Dhron in die Dhron und zusammen geht’s dann zur Mosel.

Verlässt man Neumagen-Dhron moselaufwärts in Richtung Trittenheim, kommt man an zwei Kapellen in den Weinbergen vorbei. Die Drei-Ärzte-Kapelle wurde 1755 erbaut. Älter ist die Marterkapelle, die 1506 gestiftet wurde in Erinnerung an die Christen, die am 6. Oktober 286 getötet wurden und deren Blut das Wasser Mosel bis nach Neumagen-Dhron rot färbte.