Nehren (Mosel)

Nehren an der Mosel ist ein Winzort – Winz für Winzer und für winzig. Nur 120 Menschen leben in Nehren zwischen Weinbergen und Flusslandschaft und im Schatten eines Römergrabes. Eine Stippvisite in einen der ältesten Moselorte (erste Erwähnung 634), der an den Cochemer Moselschleifen am Südende eines Weinbergrückens hinter einem Mosel-Altarm liegt, lohnt definitiv, nicht nur wegen des schönen Blicks auf das Naturschutzgebiet Insel Taubengrün am gegenüberliegenden Moselufer.

Oberhalb von Nehren wurden zwei römische Grabkammern gefunden. Die rekonstruierten Schutztempel sind weithin sichtbar. Die Grabstätte, auch genannt Heidenkeller, stammt aus dem 3. bis 4. Jahrhundert und war vor der Entdeckung vielen Ortsansässigen bereits bekannt, doch man ließ die Fingerchen davon, bis 1912 Paul Steiner die Grabkammern zeichnete. Die Skizze sorgte für Aufsehen. Es dauerte dann aber doch noch viele Jahre bis man sich der Erforschung widmete (1973).

Es heißt im Innern der römischen Grabanlagen sind die besterhaltenen Gewölbemalereien nördlich der Alpen zu finden. Rote Bänder, Gitterwerk, Schmuckbinden, Schleifen, rote Blumen und grünes Blattwerk sind erkennbar. Gelber und roter Ocker wurde verwendet und für das Rot Beimischungen aus Kalk. Grüne Erde und Rebschwarz vervollkommnen die Malerpalette.

Zweigeschossig wurden die Grabanlagen rekonstruiert mit einem Maß von 3 x 4m. Die über Nehren schauenden Aufbauten sind als Tempel gestaltet. Die westliche Grabkammer mit den Malereien ist komplett, die östliche teilweise erhalten. Von der römischen Grabanlage aus hat man einen fantastischen Blick über Nehren und die Cochemer Moselschleifen.

Heraufwandern lässt es sich prima über den Römergräber Kulturweg Nehren, der aus dem Ort und durch die Weinberge führt und mit Themen-Info-Tafeln über die Region und den Weinbau wissenswertes zu berichten hat. In Nehren gibt ein römischer Kelterstein einen geschichtlichen Hinweis auf die Römer- und die Mosel-Weinbautradition.

Sehenswert ist auch die katholische Filialkirche St. Agatha mit vermutlich teilweise romanischem Mauerwerk. Datiert wird der dreiachsige Saalbau mit Turm ins 16. Jahrhundert. Der rechteckige Chor soll aus der romanischen Zeit sein.

Wenn man schon einmal in Sachen Sakralarchitektur unterwegs ist und flussabwärts wandert, kommt man nach Senhals, ein Ortsteil von Senheim auf der anderen Moselseite. In Senhals an der Moselweinstraße sehenswert ist die Kapelle St. Maria Magdalena. Im Kern stammt der kleine Saalbau womöglich noch aus dem 13. Jahrhundert.