Naurath (Eifel)

Idyllisch gelegen in einer Talmulde im Meulenwald liegt das hübsche Örtchen Naurath mit seinen rund 350 Einwohnern. Naurath heißt zwar soviel wie neue Rodung, doch ganz so neu kann die Rodung nicht sein. Davon zeugen römische Grundmauern und Dachziegel. Früher wurde hier auch Erz abgebaut, doch davon ist heute nichts mehr sichtbar. Unberührt sind auch zwei der im Wald entdeckten keltischen Hügelgräber.

Naurath bietet sich als Ausgangsort von Wanderungen auf dem Karl-Kaufmann-Weg an, der südlich ins benachbarte Föhren führt und nördlich nach Dierscheid, am Fuße des Kellerbergs (449m). Von dort genießen auch Wanderer auf der Meulenwaldroute einen fantastischen Blick in die Eifellandschaft.

Naurath, von der Kreisstraße 36 durchzogen, ist recht ländlich und hat hübsche kleine Flecken zu bieten. In der Kirchstraße 12 steht die katholische Filialkirche St. Elisabeth aus dem Jahre 1762. Der schlichte kleine Saalbau mit kleinem Dachreiter erhielt 1823 und 1900 Erweiterungen und erwuchs sich aus einer kleinen Kapelle, die die Naurather nach dem Dreißigjährigen Krieg errichtet hatten. Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurde auf der Naurather Höhe ein Marienkapellchen eingeweiht, welches Fußpilgerer aus der Umgebung zur Andacht lädt.

Die Kirche bildet mit dem ehemaligen Hofhaus der Reichsgrafen von Kesselstatt, die hier zu Zeiten des Erzabbaus im 15. Jahrhundert den Ort verwalteten, ein historisches Ensemble. Das stattliche Quereinhaus stammt aus dem Jahr 1825.

Von dort stolpert es sich beinahe schon ins Brauhaus. Ja, Naurath braut sein eigenes Bier. Hier kann man, ob als Hotelgast oder Tagesbesucher, dem Braumeister über die Schulter schauen, während er die unterschiedlichen Zils-Biere herstellt. Für Menschen, die danach noch wandern wollen, gibt’s auch einen alkoholfreien Energydrink aus dem Sudkessel.

So richtig ins Naurather Dorfleben eintauchen, kann man am Kirmesmontag, wo am Brunnenplatz mit Brunnenstube mit einer Fassung aus dem 19. Jahrhundert aus einem Hahn ein Kuckuck gemacht wird. Das hat nichts mit Zauberei zu tun, sondern mit einem Junggesellenbrauch. Aus einem geklauten Hahn aus Dierscheid, wird ein neuer Einwohner Nauraths, als Kuckuck incognito, der aber nicht lange seine neue Umgebung genießen kann, sondern im Kochtopf des zuletzt getrauten Paares landet. Wenn man kein Gockel ist um das zweite Juliwochenende herum, hat man von den Naurathern nichts zu befürchten und kann die friedvolle Umgebung wandernd in sich aufnehmen.