Nauheim

Nauheim mit seinen rund 10.500 Einwohnern liegt nordwestlich der Kreisstadt Groß-Gerau und südlich von Rüsselheim am Rande des Hessischen Rieds. Eine zugehörige Landschaft ist die Schwarzbachaue. Durch Nauheim fließt der Schwarzbach dem Rhein zu.

Nordöstlich ragt ein Teil der Gemarkung von Nauheim bis ins Naturschutzgebiet Mönchbruch hinein. Ein weiteres Naturschutzgebiet fügt sich östlich an, das Naturschutzgebiet Niederwald von Groß-Gerau. Das liegt nahe dem Hegbachsee, an dem Nauheim einen Campingplatz und Gastronomie hat.

Der Hegbachsee entstand in den 1960er Jahren durch Sand- und Kiesabbau. Danach war er Hochwasserrückhaltebecken und zeitweilig diente er auch zum Baden, doch die Wasserqualität ist nicht demensprechend, so dass heute dort das Baden nicht mehr gestattet ist. Trotzdem lädt der Hegbachsee nach wie vor in die Natur ein und zur Naturbeobachtung durch die Artenvielfalt, die sich dort eingestellt hat. Der Hegbach und der Apfelbach fließen dem Hegbachsee zu. In der Nähe gibt es ein Kleinschwimmbecken.

Nauheim trägt als Dachmarke im Untertitel: die Musikgemeinde. Das geht auf die Nauheimer Musiktage zurück, die erstmalig 1970 ins Leben gerufen wurden. Ihre Glanzzeit war in den 1970er und 1980er Jahren. Noch heute feiert Nauheim Tage der Musik mit etlichen Konzerten und Veranstaltungen. Dass Nauheim eine Musikgemeinde wurde, liegt an heimatvertriebenen Instrumentenbauern aus dem Egerland und dem Erzgebirge. Sie brachten nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Fähigkeiten mit und von Nauheim aus wurden die Instrumente in die Welt hinaus geliefert. Sogar Bill Clinton soll auf einem Saxophon aus Nauheim spielen.

Der Instrumentenherstellung ist auch eine Abteilung im Heimatmuseum (Schulstraße 6) in Nauheim gewidmet. Rund 200 Instrumente werden präsentiert. Stuben sind dort zu sehen, historische Maschinen und eine Remise wurde hergerichtet.

Geht man von der Schulstraße in die Pfarrgasse, kommt man an der evangelischen Kirche vorbei. Das Kirchlein aus dem Jahr 1753 hat einen kleinen Dachreiter. Die Katholiken gehen in die 1957 eingeweihte Kirche St. Jakobus der Ältere.

Von der evangelischen Kirche am Heinrich-Kaul-Platz ist es nur ein Katzensprung zum historischen Rathaus in Nauheim. Das an der Ecke Hintergasse stehende hübsch sanierte Fachwerkgebäude ist heute eine Begegnungsstätte. Von 1755 bis 1959 war es der Sitz des Bürgermeisters. Das zweigeschossige Fachwerkhaus mit einem Krüppelwalmdach wird von Sprossenfenstern und Schlagläden geziert. Am Rathaus steht auch der Nachbau eines Dorfbrunnens.

Geht man durch die Straße Heinrich-Kaul-Platz kommt man in die Mühlstraße und hier zur Alten Mühle. Sie wurde erstmalig 1599 urkundlich genannt. Das heute zu sehende stattliche Fachwerkhaus hat ein Krüppelwalmdach und ein verputztes Untergeschoss. Der letzte Müller starb 1999. Die großen Mühlräder wurden bereits 1925 abgebrochen. Man sieht an der Hauswand noch die Umrisse des Wasserhauses, das über die Räder gebaut war. Danach trieben ein Dieselmotor und später ein Elektromotor die Mühle an.

Südlich von Nauheim und nördlich von Groß-Gerau liegt am Schwarzbach das Naturschutzgebiet Erlenwiese und Kratzenau von Groß-Gerau und Nauheim. Dort mündet auch der Mühlbach in den Schwarzbach. Und der macht sich auf den Weg durch das Gebiet von Trebur und weiter ins Gebiet der Wanderregion Mainspitzdreieck. Dort fließt der Schwarzbach dann in den Ginsheimer Altrhein und der in den Rhein.

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