Musweiler

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Wer sich mal ein idyllisch gelegenes, fast verträumt wirkendes Eifelörtchen ansehen mag, findet in Musweiler eine hübsches Beispiel. Mehr Kühe als Zweibeiner. Es liegt zudem am Ende einer Zufahrtsstraße, so dass sich hier Hase und Igel quasi ungestört Gute Nacht sagen können. Sechzig Menschen wissen ihren Ort zu schätzen. Nördlich von Musweiler liegt Großlittgen, östlich Minderlittgen und Hupperath, westlich grenzt das Salmtal an. Die sumpfigen Wiesen haben Musweiler den Namen verliehen, denn im Mittelhochdeutschen steht mus für Sumpf.

Die Menschen wurden gerne von den umliegenden Dorfbewohnern spottend Domherren genannt. Schmunzelt erzählen die Älteren die Geschichte von dem gelungenen Geschäft, dass sie vor über 200 Jahren mit der Dombauverwaltung zu Trier gemacht hatten. Die brauchte nämlich Geld und das liehen sie sich von den Musweilerern zu einem guten Zinssatz. Als die Trierer den Kredit eher zurückzahlen wollten, und somit die Musweiler Bürger um ihren Zinssatz gebracht hätten, lehnten sie ab und der Dom musste entrichten, was vereinbart war. Die Musweilerer sind clevere Domherren.

Die Herren von Manderscheid hatten in Musweiler einst eine Wasserburg. Auf dem Gelände ist jetzt eine Obstbaumwiese, deren Saft zu Obstbränden veredelt wird, die heißen denn auch Domherren-Tröpfchen. Anstelle eines Doms bietet hier die Filialkirche St. Martin den Katholiken Raum für Einkehr. Der zweiachsige Saalbau stammt aus dem Jahr 1769, Westturm und Sakristei wurden Ende des 19. Jahrhunderts errichtet.

Bei der Ortsgröße von Musweiler ist es kaum verwunderlich, dass hier der historische Ortskern gleich komplett unter Denkmalschutz steht. Hier finden sich zwei winkelförmig aneinanderstoßende Quereinhäuser, die einheitlich gestaltet sind. Sie stammen aus der ersten Hälfte und Mitte des 19. Jahrhunderts. Zur geschützten Anlage zählen vier weitere Höfe und ein Sandsteinbrunnen aus dem 19. Jahrhundert.

Bei einem Durchstreifen der Umgebung von Musweiler in Richtung Salm trifft man auf einen Mühlenkomplex südwestlich der Ortslage an der Salm. Die Meesenmühle mit einem Wohnhaus in Sichtfachwerk ist auf das 19. Jahrhundert datiert, wobei eine erste Erwähnung der Mühle bereits im 14. Jahrhundert notiert wurde. Das Wirtschaftsgebäude besteht aus verputztem Bruchsteinmauerwerk. Bis 1976 wurde hier gemahlen.