Misselberg

Misselberg liegt am Übergang vom Nassauer Land in den Bad Emser Stadtwald. Der Ort im Hintertaunus ist nicht nur aufgrund seiner idyllischen Lage inmitten von Streuobstwiesen ein beliebtes Wanderziel. Speziell die Flora ist es, die Misselberg überregional bekannt machte.

Besonders von März bis April lohnt sich ein Abstecher in das Dorf, denn direkt am Ortsrand von Misselberg wachsen hier Misselblumen, eine Zwergform wilder gelber Narzissen (Narcissus pseudo-narcissus), die in Deutschland nur noch sehr selten vorkommen. Ihre Besonderheit war schon im 19. Jahrhundert bekannt und bescherte Misselberg hohen Besuch: Am 24. April 1887 schaute Kronprinz Friedrich Wilhelm, der Sohn von Kaiser Wilhelm I. und spätere Kaiser Friedrich III., eigens mit seinen beiden Töchtern vorbei, um die Misselblumen zu bestaunen.

Das örtliche Vorkommen dieser Narzissen ist seit dem 3. Mai 1994 als Naturdenkmal unter der Bezeichnung Misselblumenwiese Misselberg geschützt. In der örtlichen Umgangssprache wird die Pflanze übrigens auch als Bangertsblume bezeichnet. Misselblumen sind giftig und sehr stark an die Bodenverhältnisse ihres Standortes angepasst - Versuche, die Pflanzen an einem anderen Ort oder in einem der Gärten des Dorfes anzusiedeln, scheitern regelmäßig.

Misselberg hat noch ein weiteres Naturdenkmal vorzuweisen: Die sogenannte Knautheiche. Vor dem ersten Weltkrieg spendeten drei Nassauer Kurgäste der Ortsgemeinde einen stattlichen Betrag, verbunden mit der Bedingung, dass diese ungewöhnlich starke Eiche nicht gefällt werden darf. Einer dieser Geldgeber, ein Herr namens Knauth, wurde zum Namenspaten der Eiche.