Mardorf

Zwischen Roßdorf und Erfurtshausen liegt am südlichen Rand des Stadtgebiets von Amöneburg der größte eingemeindete Ort Mardorf. Ein Waldgebiet mit der Mardorfer Kuppe (405m) schließt sich weiter südlich im Übergang zum Vogelsberg an. Dies ist gleichzeitig der höchste Punkt im Stadtgebiet von Amöneburg.

Dominiert wird Mardorf durch seine katholische Kirche St. Hubertus. Der Chorturm an der Nordseite wurde bereits im 13. Jahrhundert erbaut und um das Jahr 1400 zum mächtigsten Wehrturm der Umgebung erweitert. Noch heute ist der Turm weithin sichtbar. Das Kirchengebäude entstand wesentlich später, der barocke Saalbau wurde 1713-26 erbaut.

Sehenswert sind die erst kürzlich freigelegten wertvollen Wandmalereien in der Kirche, die aus der Zeit um 1270 stammen und u.a. Szenen aus dem Leben der heiligen Elisabeth zeigen. Bei den Bildern handelt es sich vermutlich um die ältesten Darstellungen der Heiligen außerhalb ihrer Wirkungsstätte Marburg.

Noch heute ist die ehemalige Wehrhaftigkeit Mardorfs gut zu erkennen. Sie war nötig, um die vielen Jahrhunderte des katholisch-protestantischen Machtkampfes um Amöneburg zu überdauern. So war der Ort mit einem Wallgraben befestigt, der Grabenverlauf ist im Ortsbild heute noch nachvollziehbar. Erst 1820 wurden drei Torbauten, die zu der Befestigung gehörten, abgerissen. Eine Mardorfer Besonderheit sind einige giebelständig aneinander gerückte Scheunen, die am ehemaligen Graben Richtung Süden ausgerichtet sind: Sie bilden eine wehrhafte Abgrenzung des Dorfes.

In seiner langen Geschichte gab es in Mardorf auch eine ortsadlige Familie, die Ritter von Mardorf. Sie lebten nachweislich von 1223 bis 1429 in Mardorf. Noch heute ist der Junkernhof, der ursprünglich im Besitz der Ritter von Mardorf war und 1250 Herrenhof der Familie von der Nuhn wurde, erhalten. Das Herrenhaus auf dem Gelände ist jedoch jüngeren Datums, das Fachwerkhaus wurde 1777 errichtet.