Münchhausen am Christenberg

Zwischen den Berggipfeln rund um die Sackpfeife (674m) im Lahn-Dill-Bergland und dem Burgwald im Osten liegt inmitten des Wetschafttales der Ort Münchhausen. Münchhausen liegt an der Mündung der 10km zuvor bei Battenberg entsprungenen Wollmar in die Wetschaft.

Östlich von Münchhausen erhebt sich der Christenberg (387m). Der Christenberg blickt auf eine lange Geschichte zurück. Schon um 420 v.Chr. war der Berg befestigt. Der Hauptwall war eine Holz-Erde-Stein-Konstruktion mit vorgelagerten Wällen und Gräben - die Form eines solchen Hauptwalls wurde von Cäsar als murus gallicus – gallische Mauer – beschrieben. Der Wall auf dem Christenberg ist einer der am besten erhaltenen frühkeltischen Wallkonstruktionen in Mitteleuropa.

Im 7. Jahrhundert entstand durch die Franken eine neue Wallanlage auf dem Christenberg, der damals noch Kesterburg genannt wurde. Die Kesterburg war eine wichtige Basisstation bei den so genannten Sachsenkriegen, die Karl der Große 772-805 führte und an deren Ende die Christianisierung der heidnischen Nordvölker stand.

Nach dem Sieg der Franken wurde die Wehranlage auf dem Christenberg zu einem repräsentativen Herrschaftssitz ausgebaut, der wie der mittelalterliche Name des Bergs einfach Kesterburg war. Ab dem 11. Jahrhundert verlieren sich dann die Spuren zur Kesterburg.

Die Kesterburg nahm den Lauf alles Irdischen und ist heute nur noch in Form von Mauerresten zu erahnen. In voller Pracht zeigt sich dagegen ein Gotteshaus, die romanisch-gotische Martinskirche, die zum Teil noch aus dem 11. Jahrhundert stammt. Die aus dem lokalen roten Sandstein errichtete Kirche besteht aus Langhaus und Wehrturm. Im Jahr 1520 wurde der Chor hinzugefügt, 1618 eine Außenkanzel.

Auf dem Christenberg findet man auch das alte Küsterhaus, das durch den Maler Otto Ubbelohde als Hexenhaus für die Illustration des Märchens Hänsel und Gretel der Gebrüder Grimm überregionale Bekanntheit erlangte. In dem Fachwerkhaus gibt es eine Ausstellung, die sich unter dem Motte „Kelten und Franken“ mit der Besiedlungsgeschichte des Christenberges beschäftigt und Gegenstände aus keltischer und fränkischer Zeit zeigt. Einen Informationspunkt Christenberg findet man übrigens im ehemaligen Münchhausener Backhaus.

Münchhausen lädt aber nicht nur zu einem Ausflug auf den Christenberg ein, sondern kann auch als Ausgangspunkt von schönen Wanderungen ins Wetschafttal und in den Burgwald genutzt werden. Eine Wanderung führt beispielsweise über die Talhäuser Straße in den nahen Burgwald. Hier findet man mitten im Wald den Spiegelteich - der Christenberg spiegelt sich bei schönem Wetter im Wasser. Dieser Teich diente Otto Obbelohde als Vorlage für die Bebilderung der Geschichte vom Eisenhans. Wandert man weiter auf diesem Weg, gelangt man schließlich auf den Christenberg hinauf.

Eine Vielzahl weiterer ausgeschilderter Wanderwege führt über Wald- und Feldwege in und um den Burgwald. Besonders lohnend sind die zertifizierten Burgwald Extratouren, zum Beispiel die 16km lange Hessen-Extratour Christenberg. Zudem finden Nordic-Walking Freunde einen Nordic Walking-Parc in Münchhausen mit zahlreichen Routen.