Möttau

Der Möttbach entspringt im kleinen Dorf Möttau nordöstlich des Marktfleckens Weilmünster. Der Iserbach fließt hinzu und zusammen bilden sie dann ein Paralleltal zum Solmsbachtal. Der Möttbach mündet nach 19km bei Burgsolms in die Lahn.

Kurz hinter Möttau speist der Möttbach den Möttauer Weiher. Der Möttauer Weiher hat eine Fläche von 4,5ha und ist weit über seine Grenzen hinaus als Angel-Eldorado bekannt. Der Möttauer Weiher befindet sich in einer reizvollen, waldreichen Umgebung und hat auch einige Grillstationen zu bieten, die man frei nutzen kann. Der Möttauer Weiher bildet den Mittelpunkt der mit einem schwarzen Stier gekennzeichneten 23km langen Wanderung um den Möttauer Weiher.

1335 errichtete Graf Gerlach von Nassau im Wald zwischen Möttau und Dietenhausen nahe dem Forsthaus die Wasserburg Grebenhausen zum Schutz gegenüber dem Solmser Land. Später diente Burg Grebenhausen als Witwensitz. Von Burg Grebenhausen sind heute nur noch wenige Reste von Mauern erhalten.

Möttau wurde im Deißigjährigen Krieg stark mitgenommen. Der Grund war die strategische Lage. Hier kreuzten sich zwei historische Handelsstraßen: Die Hessenstraße führte von Sankt Goarshausen am Rhein nach Kassel, die Frankfurter Straße verband das Maintal mit Köln. Und Möttau mittendrin, weshalb des Öfteren Truppen vorbeikamen und die Bevölkerung in arge Mitleidenschaft zogen. Auch General Blücher soll übrigens 1813 seinen Weg zum Rheinübergang bei Kaub über Möttau genommen haben, um auf Waterloo zu marschieren und Napoleon zu schlagen.

Möttau ist jedoch nicht nur wegen des Möttbachtals und wegen seines Weihers mit den großen Fischen bekannt, sondern auch durch den Orgelbau der hier seit 1820 bis heute praktiziert wird. Das von Daniel Raßmann, einem der bekanntesten Orgelbauer des 19. Jahrhunderts in Möttau erworbene und umgebaute Forsthaus, gehört heute noch zu einem orgelbauenden Traditionsbetrieb im Ort.