Burgsolms

Im unteren Solmsbachtal liegt Burgsolms, das ab ungefähr 1100 Stammsitz des Hauses Solms war. Die Solmser, die seit 1223 den Grafentitel trugen, bauten einen von ihnen bewohnten befestigten Hof zu einer Wasserburg aus. 1384 wurde die stark befestigte Burg Solms auf Betreiben der Reichsstadt Wetzlar belagert. Graf Johann von Solms-Burgsolms floh auf die benachbarte Burg Greifenstein, und Burg Solms wurde zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Die letzten Reste der Burg, die etwa 14m hohe „Storchenmauer“, wurde 1952-54 auf Grund immer wieder auftretenden Steinschlags abgetragen. Auch wenn von der Burg heute nichts mehr zu sehen ist, ist doch noch einige historische Bausubstanz erhalten geblieben. Insbesondere in der Lindenstraße und angrenzenden Straßen besteht eine denkmalgeschützte Gesamtanlage, die den nordwestlichen Bereich des alten Ortskernes umfasst. Hier findet sich eine ungewöhnlich dichte historische Substanz aus zahlreichen Einzeldenkmälern sowie weiteren bedeutenden Bauten.

Ergänzend zur Bausubstanz illustriert das Industrie- und Heimatmuseum Solms die Vergangenheit anhand von Ausstellungsstücken aus dem Alltag. Das Industrie- und Heimatmuseum ist in zwei Gebäuden der früheren Firma Hollmann untergebracht, die landwirtschaftliche Geräte herstellte.

Das Heimatmuseum ist ein Ort der Alltagsgeschichte und berichtet vom Leben und Arbeiten der Menschen im Solmser Land. Im Mittelpunkt einer Ausstellung über die Kirchen in Solms steht die alte Burgsolmser Kirchturmuhr von 1550, die immer noch geht und durch lautes Schlagen die Stunden anzeigt. Die Ausstellung Bäuerliches Wohnen und Arbeiten um 1900 bietet mit vielen interessanten Gegenständen aus dem Haushalt der damaligen Zeit einen Blick in den Alltag der Menschen. Die Schlafstube mit Bett, Schrank, Waschständer, Wärmflasche und Nachttopf zeigt ein Bild längst vergangener Wohnkultur.

In der früheren Werkshalle befindet sich das Industriemuseum. Neben den landwirtschaftlichen Geräten, die die Firma Hollmann hier seit den 1880ern Jahren herstellte, werden z. T. funktionierende Dampf- und Drahtziehmaschinen gezeigt. Ebenso geht man auf die Eisenverhüttung sowie auf die Verarbeitung von Feldfrüchten ein. Besonderes Stück: Eine funktionierende Mühle aus dem Siebenmühlental sowie eine Nagelstanze aus der Oberndorfer Hütte.

Ein weiterer sehenswerter Bau in Burgsolms ist die evangelische Kirche, die 1883-84 oberhalb des alten baufälligen und dann abgerissenen Kirchenbaus errichtet wurde. Die Kirche weist neugotische Formen auf und erinnert in ihrem Innern an das nahgelegene Kloster Altenberg. Hervorzuheben sind neben der Innengestaltung, der romanische Taufstein.

In Zuge der hessischen Gebietsreform schlossen sich am 1. Juli 1971 die Gemeinden Albshausen und Oberbiel freiwillig zu Bielhausen sowie Burgsolms und Oberndorf zu Solms zusammen. Durch Landesgesetz wurden diese beiden neuen Gemeinden mit Niederbiel vereinigt und erhielten dann 1978 das Recht, sich Stadt Solms zu nennen.