Leverkusen-Hitdorf

Ganz im Westen von Leverkusen direkt am Übergang zum Niederbergischen Land und der Stadt Monheim liegt der Stadtteil Hitdorf. Hitdorf ist vor allem bekannt wegen seines Hafens. Wo heute Sportboote und Yachten ankern, war einst einer der wichtigsten Umladeplätze am Rhein – gleichbedeutend mit Köln und Düsseldorf. Der Grund: Eine Sandbank vor Hitdorf machte es notwendig, dass Schiffe, die rheinaufwärts fuhren, hier umgeladen werden mussten. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Hitdorfer Platte abgetragen und die Schiffe fingen an, einen Bogen um Hitdorf zu machen.

Wer neben Sportbooten Hitdorf heute noch ansteuert, ist die Rheinfähre, die zwischen Hitdorf und Köln-Langel pendelt und speziell bei Ausflüglern beliebt ist. Bereits nach dem Ersten Weltkrieg nahm 1930 eine Motor-Großfähre ihren Betrieb in Hitdorf auf. Sie war damals die größte und modernste Fähre auf dem Rhein. 1962 wurde die Fähre Fritz Middelanis, damals wiederum das größte und modernste Fährschiff auf dem Rhein, in Hitdorf in den Dienst gestellt. Bis zum heutigen Tage ist der alte Fritz noch im Einsatz.

Ebenfalls mit dem Hafen in Verbindung steht das Kran-Café. Durch Anschluss an die Eisenbahn, wurden Anfang des 20. Jahrhunderts Verladekräne benötigt. Als sie nicht mehr benötigt wurden, drohte der Abriss, doch ein Kran blieb über und wird 1997 als Café betrieben – mit überregionalem Kultstatus.

Die Hafennähe lockte auch Fabrikanten nach Hitdorf. So entstanden die Tabakfabriken Dorff (1765) und Cremer (1878) und eine Streichholzfabrik (1841). Noch heute zeugen die Fabrikantenvillen vom Reichtum ihrer damaligen Besitzer. Die alten Firmen sind passé, dafür hat Automobilhersteller Mazda seine Europazentrale heute in Hitdorf.

Im Zentrum von Hitdorf steht aber nicht der Kommerz, sondern die katholische St. Stephanus Kirche. Die Stephanuskirche wurde 1887 mit zunächst einem Turm errichtet, der Doppelturm später ergänzt. Geht man rheinabwärts passiert man wenig später die zu St. Stephanus zählende Kapelle St. Antonius. Der schlichte neoromanische Backsteinbau mit Halbrundapsis stammt aus dem 19. Jahrhundert. Im Inneren befindet sich die Eichenholzfigur des heiligen Antonius von Padua aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Hitdorf ist nicht nur am Rhein schick. Auf der anderen Seite Richtung Autobahn liegt die Leverkusener Seenplatte: eine Reihe von kleinen Sees, die meist durch Kiesabbau entstanden sind. Am bekanntesten ist der 9ha große Hitdorfer See, der mit zahlreichen Parkplätzen, Liegewiese und Tauchmöglichkeiten aufwartet. Südlich vom Hitdorfer See schließen sich Stöckenbergsee, Waldsee, Großer und Kleiner Dehlensee an. Westlich liegt die Blaue Donau, nördlich der Krapuhlsee und die beiden Laacher Seen. Zum Schwimmen empfiehlt sich der Hitdorfer See, zum Wandern ist vor allem der als Naturschutzgebiet ausgewiesene Krapuhlsee interessant.