Monheim am Rhein

Wer Monheim am Rhein besucht, wird mit der Gänseliesel Bekanntschaft machen. Sie ist Zierde des Stadtwappens und seit 1955 als Figur vor dem Rathaus zu sehen, wo sie den Gänsen gebietet, den Schnabel zu halten: „Geschwätz schadet“.

Ein Altstadtrundgang startet sich ganz gut am Schelmenturm. Mit seinen 26m Höhe ist er das Wahrzeichen von Monheim. Erbaut wurde das östliche Stadttor der Grafen von Berg 1425. So ein Turm eignete sich auch als Gefängnis. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden einer Missetat beschuldigte Schelmen im Turm eingesperrt, woher der Name des Schelmenturms rührt.

Wendet man sich vom Schelmenturm in westlicher Richtung dem Rheinufer zu, gelangt man zur katholischen Pfarrkirche St. Gereon in der Franz-Böhm-Straße. Die Kirche wurde 1951-53 anstelle einer Vorgängerin erbaut, die auf das 11. Jahrhundert verweist. Der Turm stammt aus dem 13. Jahrhundert und hat sich erhalten. Nebenan steht das Pfarrhaus. Die evangelische Kirche liegt nordöstlich davon in der Altstadt in der Grabenstraße. In der benachbarten Straße Freiheit 2 stet das 1787 aus Backsteinen erste Rathaus von Monheim.

In Rheinnähe liegt die Kapelle Maria am Banndeich, kurz Marienkapelle genannt. Die Wallfahrtskapelle wurde 1514 im Stil der Spätgotik errichtet. Südlich davon liegt das Deusser-Haus, das 1848 erbaut wurde. Das Herrenhaus mit sieben Achsen, zwei Geschossen und einem Krüppelwalmdach wurde nach August Deusser benannt, ein in Köln 1870 geborener Maler. An dessen Jahre erinnert das Haus mit dem Museum des Heimatbundes Monheim mit einigen Informationen zur Geschichte Monheims.

Folgt man der Bleer Straße, führt diese einen in südliche Richtung in den Stadtteil Blee, der einst von Hochwassern heimgesucht wurde. An der Rheinuferstraße stößt man auf einen Turm, den die Bleer Mäuseturm getauft haben, womöglich wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Binger Mäuseturm.

Östlich von Blee finden sich einige Seen. Direkt am Autobahnkreuz Monheim-Süd liegen der Große Laacher See und der Kleine Laacher See. Sie liegen nahe des Laacher Hofs, der bereits im 13. Jahrhundert nachgewiesen ist. Bis 1803 war dort ein Klostergut der Zisterzienserabtei Altenberg. Der Laacher Hof ist heute ein 200ha großes landwirtschaftliches Versuchsgut der Bayer CropSciene AG und er liegt in einem Natur- und Wasserschutzgebiet.

Schloss Laach wurde 1911-1912 errichtet, seinerzeit im historisierenden Stil mit Elementen des Klassizismus und niederländischen Barock. Das elfachsige Gebäude mit einem Mittelrisalit und einem Wappen im Dreiecksgiebel über dem Portal hat zwei Geschosse mit einem Walmdach, auf dem Gauben sitzen. Heute sind in dem Schloss Eigentumswohnungen. Kamine, Stuckdecken und Parkettböden wurden sorgfältig wieder hergestellt. Zum See hin findet sich ein historischer Park.

Geht man vom Schloss Laach wieder Richtung Monheim, kommt man fast automatisch zum Monheimer Baggersee Nord-Ost, kurz Monbag-See. Der unter Naturschutz stehende Monbag-See bedeckt eine Fläche von 62ha und ist an einigen Stellen bis zu 23m tief. Er lädt nicht nur Erholungssuchende ein, sondern auch viele Wasservogelarten.

Nur ein Stück weiter, man meint gar nicht, dass man noch in einer Stadt weilt, liegt der 140ha große Knipprather Wald, der an Langenfeld angrenzt. Ein beliebter Tummelplatz für Reiter, Radfahrer, Jogger und Spaziergänger. Vor langer Zeit floss der Rhein hier durch. Im Wald des Graf Nesselrode wird Forstwirtschaft betrieben. Und durch den Knipprather Wald führt eine Bahnstrecke.