Landschaftspark und Hofgut Imsbach

Nördlich von Theley fließt der Imsbach der Prims zu und hier im Imsbachtal liegt der sehenswerte Landschaftspark Imsbach rund um das gleichnamige Hofgut. Seine erste urkundliche Erwähnnung fand das Hofgut Imsbach bereits 1310. Das heutige Hofhaus ist ein Neubau von 1715.

Später schenkte Napoleon das Hofgut Imsbach seinem Colonel Charles Louis Narcisse Lapointe. Jener Lapointe war der Urheber der meisten Bauten, die man heute sieht. Es wurde feudaler und schlossiger auf dem Hofgut. Der Reiteroberst legte auch den Landschaftspark an. Der Vierseiterhof hat einen langen Torbau, durch dessen Rundtor man hindurchgeht. Wirtschaftsgebäude liegen im Norden und Osten und man sieht einen quadratischen Wehrturm. Das Walmdach gedeckte Herrenhaus ist auf der Südseite, hat drei Geschosse und bis fünf Achsen.

Nach dem Sturz von Napoleon war es auch mit dem Geschenk aus. Das Hofgut fiel an die Oldenburger Linie, dann kommt es zur preußischen Rheinprovinz, wird erneut Französisch, allerdings besetzt und Teil des autonomen Saargebiets. Auch als JVA darf es fungieren, bevor es an Landwirte verpachtet wird und ab den 1960er Jahren bleibt es friedlich. Auf dem Landschaftspflegehof findet sich auch ein kleiner Streichelzoo. Auf dem Areal ist eine „öko-pädagogische“ Anlaufstelle der Naturwacht Saarland eingerichtet.

Außerhalb des Hofgutes steht eine kleine Grabkapelle auf einem Hügel. Die Kapelle aus unverputztem Mauerwerk wurde um 1904 erbaut. In der Gruft liegen drei Mitglieder der Familie Lapointe und neben der Kapelle steht ein Grabobelisk. Das Hofgut Imsbach ist u.a. Ausgangspunkt der Tafeltour Offizierspfad Imsbach (12km).

Der Landschaftspark Imsbach, der das Hofgut umgibt, folgt dem Gestaltungsgrundsatz, das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden, was in der Gartenbaukunst beispielsweise „Ferme Ornée“ genannt wird. Nutzflächen gehen Hand in Hand mit gestalteten schönen Plätzen. Baumalleen, Waldinseln, Gewässer und natürliche Rasenmäher – da kann es durchaus sein, dass man bei einem Besuch des Hofgut Imsbach auf eine Schafherde trifft.

Ebenfalls im Imsbachtal, etwas südlich vom Landschaftspark steht die Johann-Adams-Mühle in der gleichnamigen Straße. Sie ist eine der letzten erhaltenen Mühlen im Saarland, die eine Mahlstube mit mittelalterlichen Zügen aufweisen. Erstmalig erwähnt wurde die Johann-Adam-Mühle im Jahr 1589. Die jetzt zu sehenden Gebäude gehen auf eine Bauzeit im Jahr 1735 zurück. Das Mühlenhaus zeigt sich mit Fachwerk unter einem einstigen Reetdach.

Das Ensemble wurde im Jahr 1983 von der Gemeinde Tholey vor dem endgültigen Verfall gerettet und originalgetreu restauriert. Heute ist hier das Kreismühlenmuseum untergebracht. Die Mühle funktioniert sogar. Über eine 12m lange Eichenholzbrücke wird das Wasser zum Mühlrad geleitet. Das Museum zeigt nicht nur Müllerhandwerk, sondern auch die anderen Gewerke der Ahnen wie Weben und Backen. Aus dem 200 Jahre alten Ofen duftet es regelmäßig nach frischem Brot. Die Mühle wird gastronomisch betrieben.

Theley ist der größte Ortsteil von Tholey im Sankt Wendeler Land und liegt am Fuße des Schaumbergs (568m). Theley hat seinen Namen vom Bach Theel, der hier seine Quelle hat und nach knapp 25km vor Körperich in die Prims mündet. In der Tholeyer Straße steht die katholische Pfarrkirche St. Peter. Sie wurde 1892 als neogotische Saalkirche eingeweiht. Die Seitenschiffe kamen 1965 hinzu. Auffallend ist der Turm mit dem oktogonalen Aufsatz unter dem Spitzhelm. Im Inneren der Kirche finden sich florale Malereien in den Gewölben.

Vgwort