Lüderich

Nördlich von Hoffnungsthal erhebt sich der höchste Berg im Stadtgebiet von Rösrath, der Lüderich (260m). Rund um den Lüderich wurde schon in der Zeit der Römer Bergbau betrieben. Die Grube Lüderich gehörte später zum Bensberger Erzrevier. Der Hauptschacht lag auf dem Gebiet des Overather Stadtteils Steinenbrück. Hier befindet sich heute der Golfplatz am Lüderich.

Der Golfplatz am Lüderich ist eine 70ha große Anlage mit einem 18-Loch-Meisterschaftskurs. Am Clubhaus steht der 1936 erbaute Förderturm der Grube Lüderich. Hier wurde noch bis 1978 Bleiglanz und Zinkblende gefördert.

Nordwestlich vom Lüderich liegt das Burghaus Hellenthal. Das Burghaus Hellenthal wurde erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt. Man erzählt sich aber, dass die einstigen Burgherren, die Ritter von Hellentahl, mit Kaiser Barbarossa in den Kreuzzug gezogen sind – und das wäre schon im 12. Jahrhundert gewesen. Das heutige Gebäude des Burghauses Hellenthal stammt aus dem späten 15. Jahrhundert und ist in Privatbesitz.

In direkter Nachbarschaft zum Burghaus Hellenthal steht die 1693 erbaute Kapelle Hellenthal, auch als Barbarakapelle bekannt. Die heilige Barbara gilt als Schutzpatronin der Begrleute. Das kleine Kirchlein misst nur 5,50m in der Länge und 3,20m in der Breite. Mit einem Dutzend Personen ist die Barbarakapelle voll besetzt. Eine maßstabsgerechte Kopie der Hellenthaler Barbarakapelle befindet sich übrigens auch im LVR-Freilichtmuseum in Lindlar.

Am südlichen Fuß des Lüderich befand sich einst der Franziska-Schacht, der bis auf 237m abgeteuft wurde. Hier findet sich noch eines der wenigen sichtbaren Zeichen des Bergbaus am Lüderich, der 1892 errichtete Förderturm Franziska-Schacht. Der Bergbau wurde am Franziska-Schacht 1958 eingestellt. Bis 1978 diente der Förderturm dann noch zur Gruben-Bewetterung. In der Nähe des Franziska-Schachts wurden 1997 erstmals Fragmente römischer Keramik gefunden, was auf die lange bergbautechnische Historie am Lüderich schließen lässt.

Geht man vom Lüderich nordwärts in die Gemarkung von Overath, kommt man zum Bunker Steinenbrück, der auf einer Abraumhalde des Lüderich errichtet wurde, um den Bergleuten im Zweiten Weltkrieg Schutz zu bieten. Ab 1957 nutzte die Grubenwehr die Räume zu Übungszwecken. Heute ist der Bunker Steinenbrück zugänglich. 2011 wurde in dem einstigen Luftschutzbunker eine Mariengrotte eingerichtet und eine Marienstatue ist im Domschacht des Bunkers platziert, der tagsüber geöffnet ist.

In direkter Nachbarschaft zum Bunker Steinenbrück steht das 15m hohe Barbarakreuz. Es erinnert an den Bergbau am Lüderich und ist eine weithin sichtbare Landmarke, die aus dem Tal gut erkennbar ist.