Wir wandern durchs Paradies aller, die Keramik lieben, und die Orte, wo der Ton herkommt. Wirges ist im Kannenbäckerland im Westerwald. Die Verbandsgemeinde Wirges mit den angrenzenden Verbandsgemeinden Ransbach-Baumbach und Höhr-Grenzhausen bildet es gemeinsam und im Gebiet sind viele Tongruben. Wirges größter Arbeitgeber stellt keine Töpferwaren her, sondern Glasflaschen. Das geht auf eine Glashüttengründung 1895 zurück. Auf der Runde um den Ort werden wir auch Aussichten genießen können.
Vom Dorf zur Industrie beschreibt die GeoRoute die Glasstadt Wirges. Unterwegs trifft man auf Stationen des Nationalen Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus und kann sich mit dieser Geschichte befassen. Den Rundweg beginnen wir beim Bahnhof Wirges. Dort treffen wir auch gleich das ausgedehnte Areal der Verallia Deutschland AG mit der Glasfabrik, die heute Flaschen für die Getränke- und Nahrungsmittelindustrie herstellt.
Nach fast 800m sind wir an der Industrie vorbei und wandern in den Wald zum Silbersee. An dem See finden wir auch eine GeoRouten-Infotafel, die über das Relikt aus dem Tontagebau berichtet und seine Verwendung als Angelweiher. Wir streifen dann im Norden von Wirges und südlich von Siershahn (Tipp: Tonbergbaumuseum) ein Gewerbegebiet, kommen durch die Aue und über den Schwarzbach, durch ein Neubaugebiet und am Schul- und Vereinsbad Wirges vorbei sowie an einem Tennisclub.
Noch etwas weiter ansteigend mit Mischwald, Wiesen und Streuobstflächen sowie Ausblicken geht’s am Waldrand zum Steimel (334m) hinauf, auf dem eine kleine Marienkapelle steht. Sie wurde 1865 geweiht. Auch Kreuzwegstationen laden zum Innehalten. Hier am Hausberg von Wirges, unter Bäumen, haben wir den höchsten Punkt der Runde und wandern abwärts durch die Kulturnatur, unter anderem an Streuobstwiesen vorbei, nach Wirges zurück. Dabei streifen wir den Aussiedlerhof Mai – mit Picknickplatz und Hofladen.
In Wirges erreichen wir den Westerwälder Dom, wie die Bonifatiuskirche im Stil der Neugotik auch genannt wird. Sie wurde 1887 geweiht und ist recht groß ausgefallen. Wir schlängeln uns durch die Ortslage, kommen über den Krümmelbach, am Schulzentrum, dem Bürgerhaus und dem Friedhof vorbei, wandern am Südrand von Wirges und gelangen zum Bahnhof zurück.
Bildnachweis: Von LigaDue [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons
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