Klausen (Eifel)

Klausen gilt als der Wallfahrtsort im Herzen der Mosel-Eifel und liegt 12km südwestlich von Wittlich auf rund 215m ü. NN an den beiden Pilgerwegen Mosel-Camino und Eifel-Camino. Rund 100.000 Pilger besuchen jährlich die spirituelle Krafttankstelle, die Klausener Pfarr- und Wallfahrtskirche.

In Klausen, wo der Grönbach und der Kramesbach der Salm zufließen, stellte 1440 der Einsiedler und Marienverehrer Eberhard eine Figur der Schmerzhaften Mutter auf. Zwei Jahre später errichtete der Tagelöhner neben dem Bildstock ein Heiligenhäuschen und seine Wohnklause, die Eberhardsklause.

Es folgten Erzählungen über erhörte Gebete und mit der Ruhe in der Einsiedelei war es dann nach und nach vorbei. 1444 wurde das Marienhäuschen durch eine Kapelle ersetzt. Eberhard verstarb 1451 und Augustiner Chorherren ließen sich nieder und begleiteten die weitere Entwicklung Klausens sowie die der Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung, die 1502 geweiht wurde.

Für das ländliche Gepräge entstand an der Stätte der Marienfigur eine bedeutende und stattliche Kirche, die sich über die Landschaft streckt. Die Klausener Wallfahrtskirche wird in der Literatur als der bedeutendste Bau der Spätgotik in der Mosel-Eifel beschrieben. Die Wallfahrtskirche wird als architektonisches gotisches Meisterwerk dieser Bauzeit gehandelt. Auf asymmetrischem Grundriss erwächst die zweischiffige Halle, gegliedert durch rote Strebepfeiler, im Inneren lichtdurchflutet durch hohe Spitzbogenfenster, das Gewölbe majestätisch getragen von schlanken achteckigen Pfeilern.

Man richte hier sein Augenmerk auf das detailreich ausgearbeitete Netzgewölbe, mit aus Sandstein gehauenen Schlusssteinen. Verewigt sind die Apostel, Heilige und auch Wappen der Handwerker, die die Wallfahrtskirche bauten.

Der Lettner wurde umgesetzt und schließt jetzt die Gnadenkapelle am Westende des Seitenschiffes ab. Die Bildnisse in der Gnadenkapelle sind Ziel der Pilgerer. Unverheiratete Damen zieht es zum Grabstein des Ritters Philipp von Ottenesch (1535 verstorben) in knackiger Landsknechttracht – mit dem gewissen Etwas – um für sich einen patenten Gatten zu finden.

Das absolute Prachtstück im Inneren des Kirchenraums ist der Hochaltar. Der große Antwerpener Flügelaltar entstand 1480 als Lebenswerk des Meisters Johann Eltusch, ihm wird der Schreinaufsatz zumindest in einigen Quellen zugeschrieben und dass die Arbeit daran an die fünzig Jahre gedauert habe. Eine andere Quelle nennt Peerken von Rosselder als Handwerkskünstler. Der Schrein zeigt durch fast hundert geschnitzte und vergoldete Figuren die Passion Christi. Im linken Teil des Altars werden die Vorbereitungen der Kreuzigung gezeigt, rechts die Abnahme des Kreuzes. Die Flügelgemälde sind so alt, wie der Altar selbst. Ursprünglich war es ein Doppelflügelaltar, wobei die äußeren Teile während der Säkularisation abhandenkamen.

Die Beweinungsgruppe unterhalb des Kreuzes ist aus dem vollen Holz herausgearbeitet. Die 92 Figuren sind nicht später angebracht worden – was für eine hohe Kunst! Der gesamte Altar übersetzt in einer fantastischen Bildsprache die Kreuzigungsgeschichte – unbedingt sehenswert.

Die Klausener Wallfahrtskirche ist angefüllt mit kunsthistorisch wertvollen Skulpturen, Gemälden und Altären. Das Chorgestühl stammt aus der gotischen Bauzeit, die prachtvolle Kanzel entstand 1774, ebenso wie die Beichtstühle, Werke des Rokoko. Die Orgel im Kirchenraum stammt aus dem Hause Rieger und ist sozusagen das Küken am Ort, denn sie wurde erst 2007 eingeweiht.

In der ebenfalls sehenswerten Umgebung findet sich in den alten Klostergebäuden eine gewölbte Bibliothek mit einem Freskenzyklus aus der Zeit um 1500 mit der Darstellung einer Kreuzigung und 19 überlebensgroßen Figuren, die ein wenig besucherscheu und nicht immer zu besichtigen sind.

Einige der anderen Klostergebäude in der Denkmalzone sind das ehemalige Brauhaus (Mitte 18. Jahrhundert), die frühere Remise und der Pferdestall aus dem 18. Jahrhundert. Bei einem Ortsrundgang kann man sich im Abtsgarten aus der Erbauungszeit über einen alten Zugang und wahrlich ausgetretene Stufen die Beine vertreten, den Marienbrunnen betrachten, entlang des Kreuzweges den Pfarrgarten abschreiten oder sich in die Nachbarschaft begeben.

In der Bernkasteler Straße in einer ehemalige Fremdenherberge war für einige Jahrzehnte das Dominikanerinnenkloster Mater Dolorosa untergebracht. Das Kloster Mater Dolorosa zog im Jahr 2000 ins niedersächsische Lage um. Stehen blieb in Klausen der langgestreckte zweigeschossige Putzbau mit seinem Krüppelwalmdach.