Klüsserath


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In Klüsserath mündet die Salm in die Mosel, nachdem sie von ihrer Quelle bei Gerolstein an 63km zurückgelegt hat. Gleich an der Mündung steht in einer kleinen Parkanlage rechts der Salm ein verschmitzt dreinblickendes Männchen am Rudemsbrunnen. Einer Sage zur Folge hat sich der Bürgermeister von Thörnich durch eine List den Rudemswald erschlichen. Doch vor dem obersten Richter fand diese Tücke nach dessen Tod keine Gnade und nun muss er als Geist durch den Wald spuken. Der Dorfwanderer muss aber keine Bange haben und kann sich sorgenfrei auf die Reise durch Klüsserath begeben.

Entlang der Hauptstraße von Klüsserath finden sich zahlreiche Winzerhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die oft durch ein Krüppelwalmdach abgeschlossen sind. Da wäre beispielsweise die Pfarrscheune (Hausnummer 50) aus dem 18. Jahrhundert zu nennen.

Einen Katzensprung weiter lädt die katholische Pfarrkirche St. Maria Rosenkranzkönigin zu einer ersten besinnlichen Rast ein. Die Kirche stammt aus dem Jahr 1783, wenngleich eine Kirche bereits 1295 in Klüsserath gestanden haben muss. 1304 wird von einem vergrößerten Kirchbau berichtet. Deren gotischer Chor ist heute noch sichtbar. Einige historische Schätze nennt die Kirche ihr eigen, wie das Grabmal des Kreuzfahrers Richard von Hagen aus dem 15. Jahrhundert. Von einer seltenen Schönheit ist der Renaissance-Hochaltar mit den zahlreichen schmucken Figuren aus dem 17. Jahrhundert.

Von dort aus geht es weiter an der Hauptstraße entlang und vorbei an den recht selten gewordenen Winkelhöfen, darunter ein Renaissance-Giebelbau aus dem Jahr 1624 (Hausnummer 67). Einige Häuser weiter (Nr. 83) steht das über die Region hinaus bekannte Haus der Krippen – Domus Praesepiorum. Passenderweise stehen die neunzig Exponate auf 300qm Ausstellungsfläche in einem liebevoll restaurierten 350 Jahre alten ehemaligem Winzerhaus. Hier sind ganzjährig Krippen aus aller Welt und natürlich auch dem Heimatraum zu bestaunen. Ebenfalls im Krippenmuseum zu sehen ist die bekannte Glasmalerei von Andreas Armin dOrfey vom Klüsserather Keltertreter.

Weiter flussabwärts kommt man zur Wasserburg Klüsserath. Ihre Entstehungszeit lässt sich bis ins 12. Jahrhundert verfolgen, als sich die Wasserburg aus einem königlichen Krongut in Klüsserath entwickelte. Der massige und beeindruckende Schieferbruchsteinbau geht wohl auf eine Bauzeit im 16. Jahrhundert zurück und beinhaltet Veränderungen, die im 18. Jahrhundert vorgenommen worden sind. Berühmter Bewohner war Richard von Hagen und ein Gast war 1512 Kaiser Maximilian, der hier auf dem Weg zum Reichstag in Trier einkehrte, um den guten Wein zu kosten.

Burg Klüsserath ist heute im Besitz eines Winzers, der hier auch eine Straußenwirtschaft betreibt. Im Kreuzgewölbekeller aus dem 7. Jahrhundert gibt’s zum Bruderschaftswein urahnige Atmosphäre. Die Namensgebung der Weinlage Klüsserather Bruderschaft geht auf das Jahr 1681 und die Gründung der Rosenkranzbruderschaft durch den Pfarrer Johann Gerhard aus Manderscheid zurück, der dieser Vereinigung gleich neun Weinberge stiftete.

Auf dem Weg zur Wasserburg Klüsserath kommt der Wanderer am Dorfplatz vorüber und kann unter der stattlichen Linde am Brunnen ein schattiges Plätzchen suchen. Als überschattet kann womöglich die Linde betrachtet werden, denn sie war auch ein Ort, an dem Gericht gehalten wurde. In ihrem Stamm sind die Reste einer eingewachsenen Kette mit Handfesseln zu entdecken. Der Brunnen aus Sandsteintrögen und einer klassizistischen Säule erinnert an die Tradition der Brunnen- und Waschhäuser … da kommt einem das Sprichwort vom Waschen schmutziger Wäsche in den Sinn.

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der Echternacher Hof. Das ehemalige Hofgut der Abtei Echternach besaß seit dem 8. Jahrhundert Ländereien in Klüsserath. Bis ins 16. Jahrhundert wurden hier auch Naturalien wie Eier, Getreide und Wein für die Mönche abgegeben. Die sichtbaren Gebäude des Echternacher Hofes stammen alle aus dem 18. Jahrhundert und bilden zusammen eine sehenswerte Wirtschaftseinheit aus Wohn- und Verwaltungsgebäuden, Küferwerkstatt, Weinkeller und Platz für das liebe Vieh.

Wer den Ort nun verlassen und oberhalb durch die sonnenverwöhnten und ausgedehnten Weinberge wandern möchte, gelangt zur Rudemskapelle und kann von dort aus einen wunderbaren Blick über Ort und Mosel genießen. Dabei kommt er an 14 Kreuzwegestationen vorüber.


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