Kirchveischede

Ob es das schönste Dorf des Sauerlands ist, darüber streiten sich die Geister, doch zu den schönsten zählt es allemal: Kirchveischede im Veischedetal westlich von Bilstein. Es liegt in einem Talkessel, der von Wollberg (382m), Brenscheid (431m) und Wierloh (467m) eingefasst ist. Die Veischede entspringt bei Oberneger und fließt nach 17km in Grevenbrück der Lenne zu.

Seit vielen Jahren nimmt Kirchveischede am Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft (früher: Unser Dorf soll schöner werden) teil, regelmäßig mit hervorragenden Erfolgen. So gab es 2008 nicht zum ersten Mal den ersten Platz im Wettbewerb und die Goldmedaille. Kirchveischede darf sich also mit Fug und Recht Golddorf nennen.

Einer der Gründe dafür sind die liebevoll restaurierten Fachwerkhäuser in der Ortsmitte. Allein elf von ihnen stehen unter Denkmalschutz. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Wohnhäuser, aber auch das Pfarrhaus ist darunter.

Dominiert wird Kirchveischede durch die Pfarrkirche St. Servatius, die ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert stammt. Erst 1908 erhielt sie den Anbau im Norden der Anlage. St. Servatius wird übrigens traditionell von Fußleidenden und Rheumageplagten angerufen. Wer weiß, vielleicht kümmert er sich ja auch um müde Wandererfüße? Sehenswerte Details im Inneren des Gotteshauses sind das Gemälde aus der Barockzeit, das Mariä Opferung darstellt, sowie die Seuffert-Orgel aus dem Jahr 1758.

Ein kleines bisschen älter ist die Wallanlage Hofkühl. Sie liegt auf dem gleichnamigen Hofkühlberg (485m) rund 1,5km westlich von Kirchveischede und stammt vermutlich aus der La-Tène-Zeit, also der jüngeren Eisenzeit. Sie ist rund 80m x 60m groß und oval, wie die meisten Wallburgen aus dieser Zeit. 3-4m hohe Wälle schützten die Anlage, und auch der vorgelagerte Graben ist heute noch deutlich sichtbar. Sehr viele archäologische Funde wurden in der Anlage nicht gemacht, weswegen die Datierung nur auf Vermutungen basiert.