Kasselburg

Nordöstlich von Pelm liegt weithin imposant sichtbar die Ruine der Kasselburg, deren Doppelturm von einem 490m hohen Basaltstock ins Gerolsteiner Land aufragt und im Tal von der Kyll und der Eisenbahn umarmt wird. Genau weiß man es nicht, auf wen der Burgbau zurückgeht. Möglicherweise, dafür spricht ihr Name, waren es die Herren von Castel, da die Burg erstmalig urkundlich im Jahr 1291 als Castilburg genannt wird. Betritt man den Staatswald von Kasselburg aus westlicher Richtung, wird man von der Gruppe der drei Buchen begrüßt.

Die sehr gut erhaltene Höhenburgruine Kasselburg stammt aus dem 12. Jahrhundert. Der achtgeschossige Tor- und Wohnturm bringt es auf stattliche 37m. Wer hier einst wohnte, musste gut im Training sein. Der Aufstieg wird durch eine fantastische Aussicht auf die Vulkaneifel belohnt.

Es wurde angenommen, dass sich die Herren von Blankenheim für den Bau des Doppelturms verantwortlich zeichneten, die ihn zur Mitte des 14. Jahrhunderts beauftragt haben sollen. Im weiteren Verlauf der Forschungen wurde herausgefunden, dass der Turm und Teile der Burganlage in mehreren Bauphasen errichtet wurde. Die Vorburg mit den Burgmannenhäusern und Wirtschaftsgebäuden stammt aus den Jahren um 1452.

Jetzt könnte man meinen, der Turm sei auch Bergfried gewesen. Dem sei nicht so. Der Bergfried ist kleiner, wurde um 1200 auf einem quadratischen Grundriss hochgemauert und steht im östlichen Teil der Kernburg. Zwei Jahrhunderte später wurde er zu einem Wohnturm umgerüstet. Es gibt Einiges aus der frühen Zeit zu erkunden auf der Kasselburg, die historisch noch nicht gänzlich erforscht ist. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde sie als verfallen bezeichnet, gut hundert Jahre später und 1902 befasste man sich mit der Restaurierung der noch erhaltenen Teile und 1974-77 folgte die Sanierung des Palas.

1971 wurde das Adler- und Wolfsparkgehege im 20ha großen Park rund um die Kasselburg eingerichtet. Der Adler- und Wolfspark gehört zu den vier Erlebnisparks an der Deutschen Wildstraße und bietet den dort lebenden Arten viel Raum zur Entfaltung in Wald- und Grünanlagen. Zwischen den Mauern des Burghofes tummeln sich keine Ritter und Fräulein (Besucher ausgenommen), sondern Adler, Milane, Falken, Uhus, Eulen und Geier. Freiflugvorführungen sind eine Attraktion des Parks.

Eine weitere ist die Fütterung der Wölfe vormittags und nachmittags. Auf rund 10ha Fläche lebt in der Wolfsschlucht rund um die Kasselburg das größte Wolfsrudel Westeuropas. Seit kurzem leben auch zwei Polarwölfe auf der Kasselburg. Lotte und Lars heißen die beiden wunderhübschen Tiere, die aus dunklen Knopfaugen aus ihrem hellen Fell gucken.

Der Adler- und Wolfspark bietet neben den Freiflügen und Fütterungen auch immer wieder Aktionen für die ganze Familie und unterschiedliche Interessengruppen an. Ritterspiele für Kinder, Mittelaltermärkte auf der historischen Burganlage, baugeschichtliche Themenführungen für Burgentdecker, für Fotofreunde Wolfsbilder ohne Zaun und besonders urig: Wolfsnächte.

Regionaler Bezug:

Gerolstein Landkreis Vulkaneifel Rheinland-Pfalz Gerolsteiner Land Vulkaneifel Eifel