Kappe (Winterberg)

Die Kappe (776m) liegt rund 2km südwestlich von Winterberg im Sauerland. Die Kappe zählt nicht zu den höchsten Bergen des Winterberger Hochlands, aber doch zu den am häufigsten besuchten. Unter dem Namen Erlebnisberg Kappe versammeln sich eine ganze Reihe touristischer Attraktionen, deren älteste und überregional bekannteste wohl die Bobbahn Winterberg ist. Überhaupt gibt es nur drei Kunsteisbahnen, die noch älter sind als die Bobbahn Winterberg: Innsbruck-Igls, Oberhof und Königssee. Die Winterberger Bobbahn geht zurück auf eine Natureisbahn, die 1910 gebaut wurde. Das Clubhaus des damaligen Bobvereins, ein 1911 erbautes Jugendstil-Gebäude, dient heute als Gipfelrestaurant auf der Kappe.

1914 fanden die ersten Europameisterschaften statt, weitere Wettbewerbe folgten, bis der Betrieb aus Witterungsgründen Mitte der 1960er Jahre nicht mehr möglich war. Erst 1977 wurde in Winterberg die neue Kunsteisbahn erbaut, weltweit die vierte ihrer Art. Heute finden auf der Winterberger Bobbahn regelmäßig Europa- und Weltmeisterschaften, Weltcuprennen und kuriose Veranstaltungen wie die Wok-WM statt. Wer ganz wagemutig ist, lässt sich im Taxi-Bob mitnehmen: Bis zu 120km/h schnell rast man durch die enge Röhre, kutschiert von einem erfahrenen Bob-Piloten. Das ist zwar nicht ganz so schnell wie die Höchstgeschwindigkeiten bei Meisterschaften, die liegen um die 150km/h. Für eine ordentliche Portion Adrenalin reicht die Taxifahrt aber sicherlich aus. Wenn im Sommer der Betrieb ruht, kann man sich die Bahn auf einer interessanten Führung näher anschauen.

Aber rodeln kann man auf der Kappe auch im Sommer: auf der Sommerrodelbahn. Rasant geht es die 700m lange Strecke den Berg hinunter, durch enge Kurven, über Brücken und sogar mit kleinen Hüpfern. Nach oben gehts bequem per Schlepplift.

Mindestens genauso viel Mut wie bei der Fahrt auf der Sommerrodelbahn braucht man im Kletterwald Winterberg, dem höchstgelegenen Kletterwald in Nordrhein-Westfalen. Ein guter Gleichgewichtssinn und eine gewisse Höhentauglichkeit können dabei auch nicht schaden. Ganz neu ist der Kinderparcours für die Kleinen: Nur rund einen Meter hoch sind dessen Hindernisse, über die man klettern und an denen man sich entlang hangeln muss. Natürlich immer gut gesichert, genauso wie bei den Erwachsenen, die sich bis auf luftige 11m Höhe hinauf begeben können, aufgeteilt in vier Parcours mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad.

Einigermaßen schwindelfrei sollte man auch für die Panorama Erlebnis Brücke sein. 20m hoch und 435m lang ist das Bauwerk, das eine gute Sicht auf die umliegende Region ermöglicht. Ruhrquelle, die Hochheide am Neuen Hagen, Rothaarsteig oder die St. Georg-Sprungschanze lassen sich von hier aus erspähen. Wem die schlichte Brücke zu langweilig ist, der probiert die Alternativen aus: Hängebrücke, Sky Boa, Dschungelbrücke, Tellerbrücke und die 40m lange Röhrenrutsche stehen für Wagemutige bereit.

Am Endturm der Brücke geht es auf dem Naturerlebnispfad informativ weiter. 14 Stationen zum Anfassen und Lernen gibt es dort, vom Insektenhotel über ein Tierspurenquiz und ein Outdoor-Klassenzimmer bis hin zum Weitsprung der Tiere.

Und als wäre all das noch nicht genug, gibt es auch noch den Bikepark Winterberg und das Skigebiet Kappe auf dem Erlebnisberg. Im Sommer ist der Bikepark beliebtes Ziel für sportliche Radler, er ist der vielseitigste und auch der größte Bikepark in ganz Deutschland. Damit man auf dem Weg hinauf nicht allzu sehr aus der Puste kommt, gehts samt Mountainbike mit einem Lift nach oben, wo man sich dann auf insgesamt 9km Abfahrtstrecken den Hang hinabstürzen kann. Im Winter schnallt man sich stattdessen Skier unter die Füße und sucht sich aus den vier Abfahrten diejenige aus, die einem am besten gefällt. Eine Sesselbahn, ein Schlepplift, Schneekanonen und Flutlicht sorgen für den Winterspaß.

Aber nicht nur touristisch ist die Kappe eine Reise wert. Südwestlich um die Kappe herum, im Sonneborntal, verläuft auf einer Fläche von 227ha das 1965 ausgewiesene Naturschutzgebiet Guenninghauser Mark, und östlich des Bergs entlang eines Quellbachs der Nuhne liegt das 2008 gegründete Naturschutzgebiets Oberes Nuhnetal. Die teils bewaldeten Bergflanken der Kappe bestehen überwiegend aus Fichtenwäldern.