Kaiserberge-Tour auf Hohenstaufen und Rechberg


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 19 km
Gehzeit o. Pause: 5 Std. 9 Min.
Höhenmeter ca. ↑651m  ↓651m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Zwei von drei Kaiserbergen auf der Schwäbischen Alb werden wir heute einen Besuch abstatten: dem 684m hohen Hohenstaufen mit der Burg Hohenstaufen, der Stammburg der Stauferkaiser, und dem 707m messenden Rechberg mit der Burgruine Rechberg, einer Dienstmannenburg der Staufer.

Für noch mehr Burg sorgt die Spielburg zu Beginn unserer Wanderung, was aber eine abgerutschte Kalkstein-Felsengruppe östlich vom Ort Hohenstaufen ist. Den größten Kaiser ignorieren wir auf der Runde, den 757m hohen Stuifen. Die Drei Kaiserberge bilden eine markante Gipfelgruppe zwischen Göppingen und Schwäbisch Gmünd und prägen maßgeblich das Landschaftsbild.

Start ist östlich des Ortskerns von Hohenstaufen, am Ende des Spielburgwegs. Es geht gleich aufwärts zur markanten Felsengruppe der Spielburg mit Aussichten. Die Spielburg steht unter Naturschutz aufgrund der Biotopvielfalt mit Gestein, Gehölzen, Kalkmagerrasen und Streuobstwiesen. 

Dann wandern wir hinauf zur Burgruine Hohenstaufen, dem Stammsitz der Königs- und Kaiserfamilie der Staufer, die vom Berg Hohenstaufen den Namen hatten. Bekannter Spross war Friedrich I. Barbarossa (1122-1190), italienisch für Rotbart. Im 11. Jahrhundert entstand die Burg, von der Mauerreste zu sehen sind. Nahebei ist die Stauferstele. Es gibt einen Verein der Stauferfreunde, der sich zum Ziel gesetzt hat, an bedeutenden Wirkungsstätten der Adelsfamilie eine achtseitige Stele aus apulischem Marmor zu errichten. Von bislang 20 Stück steht natürlich eine hier oben, seit 2002.

In Serpentinen gehen wir abwärts, nehmen Kurs auf den Rechberg, durchstreifen dabei abwechslungsreiche Natur mit Feldern, Wiesen und Wäldchen. Zum 707m hohen Rechberg hin wird es dann nochmal steiler. Vor dem Gipfel ist die Burg Hohenrechberg auf dem westlichen Ausläufer des Rechbergs. Die Dienstmannenburg entstand zu Beginn des 13. Jahrhunderts und wurde die Stammburg der Grafen von Rechberg. Bis in die 1980er war sie im Besitz des Adelsgeschlechts.

Etliche Auseinandersetzungen konnten der Burg nichts anhaben, aber das Wetter 1865 schickte Blitz und Donner, die Burg wurde getroffen und brannte zur Ruine runter. Aber es gibt noch genug zu sehen: Ringmauer, romanische Fensternischen, Reste vom Palas, einen Torbau, einen 30m tiefen Burgbrunnen, eine Burgkapelle – und ein Trauraum wird auch angeboten. Burg Hohenrechberg war an Privat verkauft worden und wird jetzt von einer Stiftung betreut. Ins Innere der Burg gelangt man per Münzeinwurf und Drehkreuz.

Es geht weiter aufwärts, teils auf dem Fahrweg, als Kreuzweg ausgestaltet, zum Rechberg mit Gastronomie und der sehr hübschen Wallfahrtskirche Hohenrechberg nebst Friedhof. St. Maria ist eine barocke Wallfahrts- und Pfarrkirche in deren Zentrum die Figur der Schönen Maria vom Hohenrechberg aus dem 14. Jahrhundert steht, die den Hochaltar ziert.

Nach rund 8,8km verlassen wir den Gipfel des Rechbergs, wandern steil hinab, durchqueren den Ort Rechberg, folgen einem Sträßchen bis zum Sportpark Märchengarten, biegen dort rechts ab zum Saurenhof. Wir lassen Höhenmeter auf der Wanderung durch Felder, Flure und Wäldchen auf dem Weg nach Ottenbach, queren den Mühleisenbach, der in die Krumm wässert. Die rund 12km kurze Krumm fließt der Fils zu.

Wir wandern durch Ottenbach und kommen nach weiteren rund 5km, Hohenstaufen südlich umgehend, zum Ausgangsort zurück. Wenn man schon mal da ist, könnte man am Fuße des Hohenstaufen noch die Barbarossakirche (15. Jahrhundert) und das Dokumentationszentrum für Staufische Geschichte aufsuchen.

Bildnachweis: Von qwesy qwesy [CC BY 3.0] via Wikimedia Commons

Vgwort