Königsfeld (Eifel)

Als ein kleines Königreich zeigt sich Königsfeld im Vinxtbachtal noch heute durch seine geschlossene und um die Kirche angeordnete mittelalterliche Bausubstanz. Im 14. Jahrhundert stand hier eine Wasserburg. Verbunden ist die Geschichte Königsfelds mit der Herrschaft der Waldbott von Bassenheim (um 1700). Daran erinnert ein Keramikbrunnen am Kirchplatz mit einem Reliefbild des bekannten Bassenheimer Reiters aus der Manufaktur des Töpferpaars Anja und Roland Lirk von Becker. Die beiden sind auch die Künstler, die acht Keramikskulpturen der Keramikroute Königsfeld geschaffen haben.

Obwohl von der Wasserburg nichts mehr und von der Stadtmauer nur noch Spuren zu sehen sind gelingt es Königsfeld dem Besucher ein Gefühl von dem Leben vor zig Jahren zu vermitteln. Einen Rundgang durch Königsfeld beginnt man am besten am Kirchplatz. Die sehenswerten gepflegten Häuser tummeln sich um die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus mit ihrem wehrhaften stattlichen Turm. In ihren Ursprüngen stammt die Nikolauskirche aus dem 13. Jahrhundert, zu sehen am spätromanischen Chor. Die älteste Madonna im Kreis Ahrweiler aus der gleichen Zeit findet sich im Inneren.

Jetzt wendet man sich gen Süden, erkundet die Hauptstraße und gelangt zum ehemaligen Zehnthof des Gerhard von Landskron, Grundherr im 13. Jahrhundert. Was heute zu sehen ist, ist ein Fachwerkwohnhaus, das 1816 umgestaltet wurde, wobei Teile der Zehntscheune erhalten blieben. Aufmerksame Stadtwanderer finden entlang der Hauptstraße Reste der alten Stadtmauer aus der Zeit nach 1336.

Der Straße folgend geht es vorbei am ehemaligen Kelterhaus, denn in Königsfeld wurde früher auch Wein angebaut. Auffallend ist einige Häuser weiter ein viereckiger Bau mit einem hohem Obergeschoss und einem Mansarddach, die alte Schule. In ihr wurden Steine der abgetragenen Wasserburg verbaut. Am Haus findet sich ein Kalksteinrelief mit dem Wappen von Heinrich Waldbott und Gemahlin aus dem Jahr 1622. Daneben stand einst die Burg und das Herrenhaus. Nun ist man auf dem Spaziergang am südöstlichen Stadttor angekommen, markiert durch das Gasthaus Fleischer (Rumans Porze), das hier seit 1835 Bewirtung anbietet.

Folgt man der Krummen Gasse, führt einen der Weg weiter durch die Zeit und erinnert auch an die Geschichte der Juden in Königsfeld. Um das Jahr 1900 lebten einige Juden mit dem Nachnamen Gottschalk in dem Ort. Das erschließt sich bei einem Besuch des jüdischen Friedhofs (vor 1838 bis 1942), nördlich des Ortskerns am Waldrand. 21 Grabsteine sind noch erhalten und auf 17 steht der Name Gottschalk. Bleibt man noch in der Krumme Gasse sieht man einige sehr hübsch sanierte Fachwerkhäuser und Hofanlagen, die aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert stammen.

Verlässt man Königsfeld in südöstlicher Richtung nach Sinzig, fällt die Maternus Kapelle ins Auge. An dieser Stelle rastete der heilige Maternus, ein Bischof des 4. Jahrhunderts. Bis 1826 erinnerte eine Wallfahrtskirche an das Ereignis. Seit 1864 steht nun hier die Maternus Kapelle mit einem Wegekreuz davor.