Jünkerath

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Jünkerath im Oberen Kylltal steht wirtschaftlich und verkehrstechnisch ganz im Zeichen des Eisens und der Eisenbahn. Seine Metallprägung erhielt Jünkerath durch den Graf Salentin Ernst von Manderscheid-Blankenheim, der 1687 ein Hüttenwerk gründete. Bis ins 19. Jahrhundert wurde hier Eifelwald abgeholzt, aus dem Boden das Erz gegraben und verhüttet. Besagter Graf gründete die Jünkerather Gewerkschaft, daraus entstand Maschinenbau und nach über 300 Jahren wurde der Standort, zuletzt zugehörig zur SMS Siemag, 2010 geschlossen.

In der Gewerkschaftsstraße in Jünkerath stehen noch Fabrikhallen der Eisenhütte aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das Verwaltungsgebäude der ehemaligen Eisenhütte ist dort ebenfalls zu finden und steht unter Denkmalschutz. Der repräsentative barocke Mansardwalmdachbau soll aus dem Jahr 1770 stammen.

An die Eisentradition Jünkeraths erinnert das Eisenmuseum nahe des Bahnhofs. Hier wird eindrücklich die Eisenerzgeschichte der Eifel erzählt, von den Erschwernissen, den Arbeitsbedingungen und den Folgen für Natur und Mensch. Zudem zeigt es Exponate aus der Kelten- und Römerzeit über Ausstellungsstücke von Ofen- und Kaminplatten bis zu Gussöfen und Gebrauchsgegenstände aus den vergangenen 200 Jahren.

Eisen und Eisenbahn liegen in Jünkerath dicht beieinander. Früher war Jünkerath ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, ungefähr bis zum Ende der Dampflokzeit und dem Streckensterben in den ländlichen Regionen. Seit 2008 gibt es jedoch am gleichen Standort wie dem Eisenmuseum das Eisenbahnmuseum – kaum zu verfehlen, denn vor der Tür steht ein Kübelwaggon und eine Dampfzugachse.

Die Eisenbahnergeschichte lässt sich besonders in der Architektur von Jünkerath und dem Ortsteil Glaadt erleben. Es könnte ein Bahnhofsgebäude aus einem Eifel-Potter-Fantasie-Film werden: der Bahnhof Jünkerath aus Bruchsteinen, mit den zwei Türmen, den Schwebegiebeln und dem Zauber vergangener Tage. Das Bahnhofsempfangsgebäude entstand 1870.

Am Burgbering befindet sich eine typische Eisenbahnersiedlung, die heute Denkmalzone ist. Die Neue Kolonie entstand um 1920 und wird durch ein Torhaus betreten. Die Siedlung wurde ringförmig angelegt im sogenannten Heimatstil. In sechs Doppelhäusern und einem Riegel mit mehreren Wohneinheiten lebten die „Lukasse und Jim Knöpfe“ mit ihren Freunden und Familien.

Die Kolonie liegt nahe des Birbachs, der nördlich von Jünkerath entspringt und nach gut 3km in die Kyll mündet. Der Birbach füllt den kleinen, aber feinen Stausee Jünkerath, an dem man schön pausieren kann.

Von der Kolonie ebenfalls nicht weit entfernt ist die Burgstraße. Dort findet sich das Schloss Jünkerath, was anhand dessen was zu sehen ist, übertrieben scheint. Ursprünglich im 13. Jahrhundert errichtet und 1726-35 umgebaut, stand das Jagdschloss wohl nicht lange, bis es zwei Jahre später der Blitz traf. 1804 folgte die Versteigerung mit dem Ziel des Abbruches. Jetzt sind nur noch Mauerreste erhalten.

Was sich ansonsten in Jünkerath in den Eifelhimmel reckt, sind Kirchtürme, drei an der Zahl und derart unterschiedlich! Die evangelische Kirche in Jünkerath findet sich in der Kölner Straße 62 und entstand 1895 als kleiner Bruchsteinsaal, hat ein rundes burgenähnliches Türmchen und einen romanisierendes Eingangsportal.

Die katholische Pfarrkirche St. Antonius von Padua neun Hausnummern weiter ist jünger und stammt aus dem Jahr 1907. Sie wurde mit einem mahnenden quadratischen hohen Turm aus Bruchstein gebaut. Fast ganz in ganz weißem Gewand, man könnte sagen, mit roten Ziegelziernähten, zeigt sich die katholische Pfarrkirche Heilige Kreuzauffindung im Ortsteil Glaadt. Sie entstand Ende des 19. Jahrhunderts.

Südlich der Bundesstraße B 421 nach Hillesheim liegt am Ortseingang von Jünkerath das Dominikus-Savio-Haus, eine Niederlassung der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos. Die Aufgaben der Einrichtung liegen in der Jugendbildung, Beherbergung, Schulpastoral- und Schulsozialarbeit, in Hilfen zur Erziehung, in der Beichtseelsorge und im Musikunterricht.