Hillesheim (Eifel)

Hillesheim hat zwar nur gut 3.000 Einwohner, ist damit aber schon eine der größten Städte in der Vulkaneifel. Und nicht nur groß ist Hillesheim, sondern auch imposant, denn über Jahrhunderte war Hillesheim der nördlichste Stützpunkt des Erzbistums Trier, was die großzügig ausgelegten mittelalterlichen Stadtmauern erklärt, die den malerischen Altstadtkern umfassen.

Die Stadtbefestigung um den kreisrunden Altstadtkern entstand im 13. Jahrhundert. Neben Mauern sind auch noch zwei Türme erhalten, der Hexenturm und der Mühlenturm. Beide Türme erinnern an die düstre Zeit der heiligen Inquisition im 16. und 17. Jahrhundert. An der Stadtmauer ist eine Freilichtbühne als stilechte Kulisse für allerhand künstlerisches Treiben.

Bei einem Stadtrundgang sieht man gepflegte Burgmannen-Häuser, wo einst die Wächter wohnten. Sie wurden farblich hervorgehoben. Natürlich kommt man nicht an der katholischen Pfarrkirche St. Martin vorbei. Ihr jetziger Bau stammt aus dem Jahr 1852. Der klassizistische Saalbau beherbergt als Schatz eine aus dem Jahr 1772 stammende barocke Orgel aus der bekannten Orgelmanufaktur Stumm.

Zu den weiteren markanten Bauten zählt ein Hotel, das verquickt ist mit dem ehemaligen Augustinereremitenkloster aus dem Jahr 1721. Heute kann man sicher unter weniger Entsagungen in der Dreiflügelanlage logieren. Eine weitere stilvolle Lokation für Gäste ist das Hotel Am Markt. Es entstand um 1900 und wird durch eine aufwändig gestaltete Fassade, von Türmchen flankiert, geziert.

Im ehemaligen Amtsgericht in der Kölner Straße kann man auch nächtigen, sogar in einer Zelle und auf Verlangen im Sträflingsanzug. Womöglich hat man zuvor im alten Gerichtssaal seine Henkersmahlzeit eingenommen. Der neugotische Bau stammt vermutlich aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert.

Ganz im Zeichen des Verbrechens – also dem Genre Krimi geschuldet – gibt es noch das Krimi-Hotel, wo man in Zimmern unterschiedlicher Ausgestaltung nach Geschichten von Agatha Christie und andere namhaften Autoren absteigen kann, das Kriminalhaus mit dem 26.000 Bänden starken Deutschen Krimi Archiv, ein Krimi-Café und kriminell geführte Stadtwanderungen. Das soviel Krimi in Hillesheim ist, liegt am Selbstverständnis von Hillesheim als deutsche Krimihauptstadt. Rund um Hillesheim spielen viele Handlungen der sogenannten Eifel-Krimis von Autoren wie Jacques Berndorf oder Ralf Kramp, die sich millionenfach verkauften.

Da darf es nicht wundern, dass es im Hillesheimer Land auch einen eigenen Wanderweg gibt, der sich dem Thema Krimi widmet, der Eifelkrimi-Wanderweg. Und damit’s nicht zu einfach ist, gibt’s gleich zwei Eifelkrimi-Wanderwege. Der erste Eifelkrimi-Wanderweg startet an der Tourist-Information Hillesheim in der Graf-Mirbach-Straße und führt auf 18km zu fünf Tatorten. An den Tatorten dreht sich dann alles um Gemeinheiten und niedere Motive wie Habsucht, Leiden durch Leidenschaft und was sonst noch so bei den zehn Geboten verboten ist und schon mal Thema eines Eifelkrimis war.

Sollten nach dem Eifelkrimi-Wanderweg immer noch Fragen offen sein, etwa zur vulkanischen Geschichte des Hillesheimer Lands, dann lohnt ein Besuch der Geologisch-Mineralogischen Sammlung in der Burgstraße. Hier sind Fundstücke aus dem Devonmeer der Eifel zu finden: vulkanisches Gestein, Fossilien, eine 600kg schwere Korallenkolonie, die bei Berndorf gefunden wurde, eine archäologische Abteilung und Stücke, die über die Römer und das Mittelalter hinüber in die Neuzeit geleiten. Menschliche Abgründe können recht tief gehen.

Regionaler Bezug:

Hillesheim (Eifel) Landkreis Vulkaneifel Rheinland-Pfalz Hillesheimer Land Vulkaneifel Eifel
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