In Rixdorf ist Musike: Stadtspaziergang durch Berlin-Neukölln


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 9 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 55 Min.
Höhenmeter ca. ↑111m  ↓111m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Berlin-Neukölln hat nicht eben den besten Ruf. Aber ganz ehrlich: Neukölln ist deutlich besser als sein Ruf. Das können wir heute z.B. auf einem Stadtspaziergang erkunden, für den wir mit der U 7 zum U-Bahnhof Hermannplatz fahren.

Der Hermannplatz ist Standort des ehemals modernsten Kaufhauses Europas, dem Karstadt am Hermannplatz. 1927-29 im Stile New Yorker Hochhausarchitektur erbaut, war das Karstadt-Warenhaus in den 1930er Jahren eine der Top-Sehenswürdigkeiten Berlins.

Wir gehen vor bis zur Sonnenallee und dann weiter durch die Weserstraße in den Reuterkiez, ein typisches Wohngebiet der Gründerzeit mit viel schmuckem Altbaubestand. Der Neuköllner Reuterkiez grenzt direkt an Kreuzberg, weshalb die Ecke hier auch ganz modern „Kreuzkölln“ genannt wird.

Am Landwehrkanal halten wir uns rechts und spazieren am Wasser entlang zur Sportanlage Maybachufer. Jetzt folgen wir dem Neuköllner Schifffahrtskanal, der den Landwehrkanal mit dem Teltowkanal verbindet.

Wir folgen dem Neuköllner Schifffahrtskanal bis zur Treptower Brücke und biegen hier rechts in die Treptower Straße, die uns wieder zur Sonnenallee führt. Wenn die Sonnenallee hinter uns liegt, sind wir im historischen Kern von Neukölln, das einst Richardsdorp und dann später Rixdorf hieß, bevor es umbenannt wurde, denn: in Rixdorf ist Musike. Hier spielte sich Anfang des 20. Jahrhunderts viele sündige Szenen ab, weshalb der Kaiser mit dem Namen Neukölln das Image der Siedlung aufpolieren wollte.

Wir gehen auf den Richardplatz, dem ehemaligen Dorfanger von Rixdorf. Am Richardplatz steht nicht nur die Bethlehemskirche, die ursprünglich (natürlich kleiner) die Dorfkirche von Rixdorf war. Hier gibt es auch die Rixdorfer Schmiede, die seit über 400 Jahren in Betrieb ist und damit die älteste erhaltene Schmiede Berlins ist.

Nun folgen wir ein kurzes Stück der Richardstraße und biegen dann nach links in den Comenius-Garten. Der erinnert an den Bischof der Unität der Böhmischen Brüder, von denen einige in Rixdorf aufgenommen wurden und dort das Böhmische Dorf Böhmisch Rixdorf gründeten.

Wir gehen nun noch weiter westwärts, kreuzen die Karl-Marx-Straße und spazieren über die Thomashöhe und die Lessinghöhe. Dann geht es durch das belebte Zentrum von Neukölln rund um das Rathaus Neukölln zurück zum Hermannplatz.

Vgwort