Ilsenburger Klippenwanderung: Paternosterklippe-Ilsestein-Bäumlersklippe


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 13 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 54 Min.
Höhenmeter ca. ↑632m  ↓632m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Östlich der Grenze des Nationalparks Harz, durch den unsere Harz-Klippen-Wanderung führt, liegt Ilsenburg, auf rund 250m, das als Wasserader die Ilse (rund 43km) ihr Eigen nennt. Ebenfalls ihr eigen sind das Schloss Ilsenburg und eine einstige Benediktinerabtei, das Kloster Ilsenburg, ein Ort für Ja-Wort und andere Kunst. Wir umrunden den Meineberg, treffen auf zahlreiche Felsformationen, genießen Brocken-Sichten und das Ilsetal.

Wir starten vom Wanderparkplatz Ilsetal bei der Wanderlust und lassen uns die im Aufwärts-Zickzack nicht nehmen. Auf dem Borkenkäferpfad geht es zur Bäumlersklippe. Hier soll sich Jäger Bäumler selbst gerichtet haben, nachdem er aus Eifersucht seinen Sohn erstach. Ellernklipp, heißt eine Novelle von Theodor Fontane, der das Drama zur Vorlage nahm.

Nach etwa 1,5km haben wir 180m Höhe dazugewonnen. Zwischen Buchberg (448m) und Meineberg (545m) sind wir unterwegs und biegen nach links von den Borkenkäfern ab. Die Route macht einen kleinen Bogen zu weiteren bemerkenswerten Formationen wie dem Froschfelsen. Der sitzt dort wie eine dicke Kröte. Von der Westerklippe hat man eine herrliche Sicht über das Ilsetal und bis zum Brocken. Im Stein sind fast kreisrunde Vertiefungen zu sehen, Feuerstätten oder Hufabdrücke eines Höllenpferdes?

Über den 529m hohen Westerberg wandern wir weiter und stoßen auf den Weg Rohntal, der das Bächlein Rohne zur Ilse begleitet. Die Vereinigung findet am Zanthierplatz statt, mit dem Denkmal. Hier kommt auch der Heinrich-Heine-Weg, von Ilsenburg zum Brocken führend, vorbei. Hans Dietrich von Zanthier war ein Oberforstmeister, der 1746 in Ilsenburg die erste forstwirtschaftliche Lehranstalt Deutschlands gründete.

Wir gehen ein Stück Hand in Hand mit der Ilse, lassen uns dann von der Loddenke ablenken, folgen dem Weg Loddenke bis zur Haltestelle Gasthaus Plessenburg. Zum Waldgasthaus könnten wir einen Abstecher machen. Ansonsten geht es im spitzen Winkel links abbiegend weiter zur Paternosterklippe aus wollsackverwittertem Ilsetal-Granit.

Die Paternosterklippe sieht zwar aus wie ein vergessener Fahrstuhlschacht, hat aber sagenhaft wenig damit zu tun. Das letzte Vaterunser sollen hier Nonnen gebetet haben, die sich lieber in den Abgrund stürzten, als Raubrittern zum zu Opfer zu fallen.

Ein weiterer Felsvertreter ist der Ilsestein auf 473m, mit einem mächtigen Kreuz ausgestattet. Im 11. Jahrhundert war hier eine kleine Reichsburg von König Heinrich IV. Kriegsgedenken hat hier auch einen Raum, Blicke ins Harzvorland, über das Ilsetal und bis zum Brocken ebenfalls, sowie ein Gasthaus nebst Stempelstelle Nr. 30 zur Harzer Wandernadel.

Rund 10,5km sind wir gewandert, könnten beim Gasthaus rasten. Vor uns sind noch circa 2km bis an die Ilse im Tal. Wir kommen bei einer Ferienanlage zur Prinzess-Ilse-Quelle. Das kleine Quellhäuschen in Burgturmoptik beheimatet eine kleine mineralhaltige Quelle. Der Rest unseres Wegs wird rechterhand von Herbergen und einem Kletterwald gesäumt.

Bildnachweis: Von FrankBothe [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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