Holthausen (Plettenberg)

Einer der größeren Ortsteile Plettenbergs ist Holthausen im Elsetal. Vom Stadtzentrum aus muss man nur der Else aufwärts auf der Landstraße Richtung Herscheid folgen, um den Ort nach kurzer Strecke zu erreichen. Am Fuß von Hohe Molmert (575m) im Norden und Bauckhahn (511m) im Süden, liegt der Ort im Tal, das hier noch etwas offener wirkt als weiter bachaufwärts.

Im gesamten Plettenberger Land sind heute noch alte Gruben in mehr oder weniger gut erhaltenem Zustand zu finden, die Zeugnis davon ablegen, wie bedeutend der Bergbau einst für die Region war. 1993 konnte der Märkische Heimatbund im gesamten Märkischen Kreis insgesamt rund 480 Grubenfelder nachweisen. Davon entfielen knapp achtzig Gruben auf das Plettenberger Gebiet. Blei- und Kupfererz wurden hier vornehmlich gefunden, aber auch Eisen, Schwefel, Zink und andere.

Ein Beispiel dafür ist die Grube Franziska bei Holthausen. Es handelt sich dabei um eine ehemalige Bleierzgrube, die 1866 gemutet wurde, wie der Bergmann sagt. Man versteht darunter einen Antrag an die entsprechende Bergbaubehörde. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war die Grube in Betrieb und beförderte Bleierz aus dem grauen Tonschiefergestein ans Tageslicht. Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurde sie allerdings stillgelegt. Seit 1911 dient sie bis heute als Wasserspeicher der Trinkwasserversorgung Holthausens, weshalb auch nur noch 20m des über 250m langen Stollens zugänglich sind.

Von der Grube aus führt ein waldreicher und mit knackigen Steigungen versehener Wanderweg über die Westflanke der Hohen Molmert (575m) in Richtung Nordwesten. Wer diesem Weg folgt, kann Schloss Grimminghausen einen Besuch abstatten. Schon für das Jahr 1406 wird an dieser Stelle ein Herrenhaus erwähnt. Im Laufe des 17. Jahrhunderts wurde das zweigeschossige Gebäude mit seinem Wirtschaftshof erweitert. Nach Renovierungen um 1800 und 1980-81 befindet es sich heute in Privatbesitz. An der Nordwestseite des Schlosses kann man noch Spuren der Gräfte und des ehemaligen Außenwalls erkennen.

Wer sich nicht so sehr für Architektur interessiert, der kann statt dessen dem Hexentanzplatz einen Besuch abstatten. Ihn erreicht man nach kurzem Spaziergang von der Grube Franziska aus in Richtung Nordosten auf dem Dörnberg (440m). Ob hier tatsächlich Hexensabbate gefeiert wurden, ist fraglich. 1631 gestand ein gewisser Peter Essenkemper hier und an zehn weiteren Plätzen in Westfalen entsprechende Veranstaltungen besucht zu haben. Wie zur Zeit der Hexenverfolgung üblich wurde dieses Geständnis durch Folter erzielt. Ob und wenn ja welche Art von Tanz hier stattgefunden haben mag, bleibt damit der Fantasie des Wanderers überlassen.