Holsthum

Holsthum liegt recht idyllisch an der Mündung der Enz in die Prüm. Erstmalig Erwähnung fand der Ort im Jahr 869. Reges Treiben gab es aber schon in den Jahrhunderten zuvor. Südöstlich des Ortskerns, hübsch im Grünen und zwischen Ackerflächen, findet sich die Römische Villa Holsthum.

Die Römische Villa Holsthum wurde etwa im Jahr 100 aus Luxemburger Sandstein in den stolzen Maßen von 47m x 24m erbaut. Die Mauern waren verputzt und sogar bemalt, roter Sockel, darauf weiße Wände, abgedeckt mit Ziegeln. Die Säulenhalle betrat man von der Frontseite der Wohnstatt, an die sich fünf Räume anschlossen. Im Hauptraum konnte im Ofen festgestellt werden, dass dieser nicht nur der Speisenbereitung diente, sondern auch für Schmiedearbeiten taugte. Da halten Induktionsherde heute nicht mit.

Die Römische Villa hatte eine zweite Etage und einen Keller. Im nordwestlichen Turm an der Ecke war das Wellnessbad mit den unterschiedlichen Temperaturzonen, so, wie die Römer es gern hatten. Auch wurden Hinweise gefunden, die darauf schließen lassen, dass in der Römischen Villa Holsthum Münzen geprägt wurden. Ein schönes Modell der Römischen Villa Holsthum wird im Naturparkzentrum Teufelsschlucht gezeigt.

Südwestlich von Holsthum fand sich ein römerzeitliches Gräberfeld, nicht weit der Schankweiler Klause im Fielsbachtal. Die Grabkisten aus Sandsteinplatten stammen aus dem 2. Jahrhundert undenthielten einst die Totenasche und Grabbeigaben.

In Holsthum selbstliegt die Denkmalzone der ehemaligen Glashütte. Zur Geschichte: Die Verwaltung von Österreich förderte im 18. Jahrhundert den Bau von Glashütten im Luxemburger Herzogtum. Ein Mann, Dominik Laeis, packte die Gelegenheit beim Schopfe und richtete 1769 in Holsthum beiderseits der Enz eine Glashütte ein. Er beschäftigte fünzig Angestellte, die Glasballons, Flaschen, Fensterglas und edle Kristallgläser herstellten.

Von der sogenannten Runden Hütt, dem Bau mit dem Schmelzofen, steht noch eine Wand und ein kleiner Rest. In der Mitte ist ein Teil vom Kamin zu sehen. Ein Lager- und Sortierhaus stand seinerzeit daneben. An einer Straßenkurve findet sich das Haus des Glasmeisters (Auf der Hütte 1), das sogenannte Fritzenhaus. Das Verwaltungsgebäude (Ferschweiler Straße3), Reste des Mühlenhauses und der Schleiferei (Ferschweiler Straße 4) liegen an der Straße links, am Bach entlang.

In der Ferschweiler Straße 2 wird der Prachtbau der einstigen Glashütte, das Schloss Holsthum, als Ort für Feste, Konzerte und Ausstellungen angeboten. Heiraten darf man da auch. Das herrschaftliche Wohnhaus ist ein Putzbau mit Mansarddach und Krüppelwalm, errichtet 1789. Die Scheune stammt aus dem Jahr 1845, ein rundbogig gegliederter Pferdestall sowie ein Garten mit terrassierten Obstbaumbestand gehören zum Anwesen.

Auf dem Friedhof der katholischen Pfarrkirche Maria Himmelfahrt und Rochus liegt das Grabmal der Familie Laeis, das um 1880 geschaffen wurde. Die Kirche im Oberdorf ist ein Saalbau aus dem Jahr 1810, der um einen Querbau Mitte des vergangenen Jahrhunderts erweitert wurde. Ein weiteres denkmalgeschütztes Gebäude ist die ehemalige Mühle im gleichnamigen Weg. Es stammt aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert und frühen 19. Jahrhundert.

Wandert man entlang der Prüm gen Norden in Richtung Peffingen, kommt man an der Huwelslay vorbei. Die Kalkablagerungen haben hier ähnlich wie bei der Tränenlay im Sauertal eine bizarre Grotte entstehen lassen, durch das Hindurchsickern von Niederschlägen, die den Kalk aus dem Sandstein lösen.