Hohlenstein-Stadel und Vogelherdhöhle: Rundtour ab Stetten ob Lontal


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 9 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 8 Min.
Höhenmeter ca. ↑203m  ↓203m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Es ist ein sehr idyllisches Flüsschen, die Lone, die ihren Quelltopf in Urspring hat, von West nach Ost durch die reizvolle Landschaft der Schwäbischen Alb mäandriert, um nach 38km bei Hürben in die Hürbe zu münden.

Wir begleiten die Lone vor ihrem Mündungsbereich auf dem Abschnitt, der unter Geologen und Archäologen recht bekannt ist, weil hier zwei bemerkenswerte Höhlen mit Funden aus dem Jungpaläolithikum (vor etwa 40.000 Jahren) getätigt wurden. In der Vogelherdhöhle waren das Tierfiguren und im Hohlenstein-Stadel der Löwenmensch, als eine der ältesten Darstellung eines Mischwesens.

Start ist in Stetten ob Lontal. Das Dorf ist ein Stadtteil von Niederstotzingen und hat sogar ein Schloss, 1646 im Stil der Renaissance erbaut (privat). Wir parken an der Bissinger Straße/Am Ziegelhau. Am Ziegelhau nennt sich auch der Wanderweg. Das Infozentrum Archäopark Vogelherd nebst Höhlen ist zwar näher, aber wir heben es für den Schluss auf.

Wir wandern über eine bewaldete Höhe. Sobald es merklicher bergab geht, kommt die Höhle Hohlenstein-Stadel, wenn wir rund 3,5km hinter uns haben. Sie ist eine der drei Höhlen in dem Felsen namens Hohlenstein, der ein Kalksteinmassiv ist. Die anderen heißen Bärenhöhle und Kleine Scheuer. Bei archäologischen Ausgrabungen im Stadel 1939 wurden Splitter eines Wollhaarmammuts gefunden. Erst 30 Jahre später setzte man sie zusammen, ein Löwenmensch kam heraus. Es ist eines der berühmtesten Kunstwerke aus der altsteinzeitlichen Kultur (Aurignacien).

2013 wurde der Löwenmensch nochmal neu gepuzzelt. Er ist im Museum Ulm zu sehen. Die Höhlen am Hohlenstein sind aufgrund dem Fledermausschutz gesperrt. Die Höhlen sind UNESCO-Welterbe, als Bestandteil der Höhlen- und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb – das gilt auch für den Vogelherd.

Durch die Lone-Auen wandern wir den Lonetalweg, queren die Bissinger Straße, machen einen Bogen durch offene Landschaft und besuchen die Vogelherdhöhle mit dem Infozentrum Archäopark Vogelherd (2014 eröffnet). Die 1931 im Vogelherd gefundenen Tierskulpturen aus Mammutelfenbein galten lange Zeit als die ältesten der Welt. Darunter war ein rund 32.000 Jahre altes Wildpferd. Man fand auch Großkatzen, ein Mammut und einen Höhlenbären. Die meisten Vogelherd-Figuren sind im Schloss Hohentübingen, im Museum Alte Kulturen, ausgestellt. Im Infozentrum, das Interessierten unterhaltsam die Zeiten näherbringt, sind zwei Tierskulpturen zu sehen.

Der Vogelherd hat drei Mundlöcher, die beiden größeren sind durch einen 40m langen Gang verbunden. Im Winter ist Artenschutz angesagt und Menschen müssen aus den Höhlen draußen bleiben. Der Hans-Voith-Weg bringt uns zum Parkplatz zurück.

Bildnachweis: Von Franzfoto [GFDL] via Wikimedia Commons

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