Hennesee

Schon Anfang des 20. Jahrhunderts, genauer von 1901-05, entstand eine erste Staumauer, die die Henne aufstauen sollte. Das tat sie auch, allerdings nicht lange sehr erfolgreich. Zwar hielt die Mauer dicht, die aus Bruchstein nach Plänen des Baumeisters Intze entstanden war. Doch der Untergrund besteht zu großen Teilen aus Kalkstein. Und Kalkstein, das sieht man in jeder Tropfsteinhöhle, lässt sich vom Wasser leicht auswaschen und durchlöchern. Genau das passierte im Gestein unter der Staumauer, der See leckte, und bald verlor er durch diese Lecks mehr Wasser als von oben nachfließen konnte.

Es bestand das Risiko, dass die Mauer schlussendlich brechen könnte - und es wäre verheerend gewesen, dann die restlichen Wassermassen des Sees plötzlich flussabwärts rauschen zu lassen. Also entschloss man sich im Jahr 1948, den See kontrolliert leerlaufen zu lassen. Die alte Mauer wurde abgebrochen und durch eine neue ersetzt. 1955 war sie fertiggestellt: bis zu 57m hoch, 376m lang, und als erste ihrer Art mit einer Asphaltbeton-Abdichtung an der Oberfläche. Auch den Untergrund behandelte man speziell, um zu verhindern, dass auch der neue See undicht würde. Beton- und Zementinjektionen machten ihn dicht. Bis heute wird die Dichtigkeit des Hennesees laufend kontrolliert.

Die neue Mauer steht rund 200m weiter flussaufwärts als die alte und sorgt für einen See von knapp sieben Kilometern Länge auf einer Fläche von 213ha, der sich durch das ehemalige Bachtal südlich von Meschede zieht. Mehrere Dörfer versanken im Wasser, die man bei extrem niedrigem Wasserstand noch erkennen kann. Auch die Bundesstraße B 55 musste verlegt werden, die alte Streckenführung liegt heute unter Wasser.

Wie die meisten Talsperren im Sauerland dient auch der Hennesee mehreren Zwecken. Er hilft, den Wasserstand der Ruhr zu regulieren, wird zur Energieerzeugung genutzt und dient auch dem Hochwasserschutz. Am wichtigsten ist für viele Besucher jedoch der hohe Freizeitwert des Hennesees. An zwei Stellen am See gibt es ausgewiesene Badebereiche: Im Nordwesten die Berghauser Bucht, und weiter südlich der Strand nahe des Campingplatzes in Mielinghausen.

Darüber hinaus gibt es Wassersport- und Angelmöglichkeiten sowie ein Ausflugsschiff, die MS Hennesee. Das Schiff ist 32,5m lang und 6,1m breit und bietet Platz für 400 Personen. Es ist zugleich das einzige motorisierte Gefährt, das regelmäßig auf dem Hennesee kreuzen darf. Für Wanderungen oder Spaziergänge bietet sich vor allem das Ostufer des Sees an, da am Westufer die viel befahrene Bundesstraße B 55 entlang führt.

Wer das Element Luft dem Element Wasser vorzieht, hat es vom See aus nicht weit bis nach Schüren im Südwesten. Hier liegt der kleine Flugplatz Meschede-Schüren, der auf eine lange Tradition zurückblickt. Schon in den 1930er Jahren gründete sich hier ein Luftfahrtverein, zunächst wurde nur Segelflug betrieben. 1959 kam eine Genehmigung für motorisierte Flugzeuge hinzu. An den Wochenenden kann man sich als zahlender Gast in die Luft befördern lassen. Lieber am Boden bleibt man allerdings im September, wenn der jährliche Wettbewerb im Segelkunstflug hier stattfindet.

Regionaler Bezug:

Meschede Hochsauerlandkreis Nordrhein-Westfalen Hennetal Hochsauerland Sauerland