Hawerländer Mythenweg


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 22 km
Gehzeit o. Pause: 5 Std. 29 Min.
Höhenmeter ca. ↑521m  ↓521m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Der westliche Teil des Stadtgebiets von Schmallenberg im Hochsauerland nennt sich selbst Hawerland. Rund um Wormbach, der ältesten Pfarrei im Sauerland, wird das Hawerland durch dörfliche Idylle mit bäuerlicher Tradition geprägt. Man könnte auch sagen: Hier ist die Zeit stehen geblieben oder: Hier findet man sie noch, die gute alte Zeit.

Um diesen schönen Landstrich wandernd zu erkunden, wurde 2007 der Hawerländer Mythenweg konzipiert. Er verläuft auf verschiedenen Ortswanderwegen rund um das Hawerland und verbindet die kleinen, alten Dörfchen des Hawerlands zu einer schönen Tagestour.

Starten kann man am Besten in Wormbach, wo der Legende nach der heilige Bonifatius, der Apostel der Deutschen, im 8. Jahrhundert das erste Kirchlein im Sauerland gegründet haben soll. Die heutige Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde als Nachfolger von mindestens drei weiteren Steinkirchen an dieser Stelle im 13. Jahrhundert errichtet. Im Innenraum kann man noch die Ausmalung aus dem Erbauungszeitraum der Kirche bewundern. Sie zeigt die Symbole der zwölf Tierkreiszeichen. In der Kirchenmalerei Europas ist das eher ungewöhnlich.

Entgegen dem Uhrzeigersinn halten wir uns nördlich und folgen dem historischen Soester Totenweg nach Ebbinghof. Auf dem Totenweg wurden früher die Toten von Soest und aus dem gesamten nördlichen Sauerland nach Wormbach überführt und auf dem ältesten Friedhof Westfalens beerdigt. Warum das gemacht wurde, ist eine der Hawerländer Mythen, die bis heute nicht geklärt werden konnten.

Von Ebbinghof geht es auf dem Hunauweg am Nordhang des Ellenbergs (484m) entlang nach Berghausen. Von hier genießt man einen schönen Blick ins Wennetal. Und auch hierzu gibt es wieder einen Mythos: Auf der Wennebrücke zwischen Berghausen und Wormbach soll einst der Pastor von Wormbach den Teufel in Gestalt eines zähnefletschenden Hundes verjagt haben. Noch heute berichten manche Sauerländer von geheimnisvollen Begegnungen in dieser Gegend und vermeiden es, hier nachts alleine herzugehen.

In der Ortsmitte von Berghausen sollte man einen Blick auf die romanische Wehrkirche werfen. Sie wurde um 1200 erbaut und gilt als älteste erhaltene Kirche im Sauerland. Die Apsis ist mit beeindruckenden mittelalterlichen Fresken geschmückt. Viele Details zu Geschichte und Bedeutung der romanischen Wehrkirche in Berghausen gibt es auch auf einer eigenen Webseite der Freunde der Wehrkirche Berghausen.

Über Niederberndorf geht es weiter bis an den Südhang des Buchholz (481m), wo der Hawerländer Mythenweg nach Süden abknickt und Arpe ansteuert. Arpe ist ein typisches Sauerländer Bauerndorf mit gepflegten Fachwerkhäusern. Sehenswert ist das Bild des Fickeltünnes an der kleinen Kirche. Der Fickeltünnes ist die Sauerländer Variante des heiligen Antonius, der als Schweinehirt stets mit einem Ferkel dargestellt wird.

Der nächste Ort, den der Hawerländer Mythenweg erreicht, ist Selkentrop. In der 1610 erbauten Dorfkapelle findet sich ein sehenswerter Altar aus Schule von Tilman Riemenschneider, der im 16. Jahrhundert entstanden ist und vorher als Hauptaltar der Kirche in Wormbach diente.

Durch weite Felder geht es weiter in Richtung Felbecke. Die Felder wurden früher mit Hafer bewirtschaftet, der hier besonders gut gedeiht. Daher leitet sich auch der Name Hawerland für diese Region rund um Wormbach ab. Von Felbecke führt der Hawerländer Mythenweg am Südhang der Egge (485m) wieder zurück nach Wormbach.

Vgwort