Hafen Offenbach

1902 wurde der Offenbacher Hafen einst eingeweiht und bis 1990 wurde er auch industriell genutzt. Aktuell finden etliche Baumaßnahmen statt, um das Areal zu einem Wohn- und Büroviertel umzugestalten. Auch entstehen Bereiche für Bildung (Hochschule und Schule) und Einzelhandel. Man begann 2009 mit den Umbaumaßnahmen und bis 2020 ist geplant, dass hier 1.000 Menschen einen Lebensraum finden und 10.000 arbeiten oder studieren.

Der Offenbacher Hafen ist Aushängeschild des Nordends von Offenbach, das man zwischen der Kaiserleibrücke und der Carl-Ulrich-Brücke verorten kann. Neue Immobilien werden gebaut und ehemalige Industriebauten umgenutzt. Ein sehenswertes Beispiel ist die Heyne-Fabrik, die zu einem kreativen Zentrum für Mode und Werbung umgebaut wurde. Die Heyne-Fabrik nahe dem Hafen entstand 1896 bis 1914. Die Umgestaltung des großen Gebäudes erhielt einige Architektur- und Denkmalpreise.

Im Offenbacher Hafenviertel entstehen derzeit auch Luxuswohn-Immobilien. Westlich ist die Kaiserlei an der Route der Industriekultur Rhein-Main und der Route der Industriekultur Rhein-Main Offenbach am Main und dort führt die Kaiserleibrücke, als ein Punkt an den Industrierouten, die A 661 über den Main. Die Bogenbrücke wurde 1964 eingeweiht. Ebenfalls an der Route ist die Staustufe Offenbach mit Schleuse zwischen Offenbach und Frankfurt-Ostend bei Mainkilometer 38,51.

Ein Ort für Kunst, Kultur und Veranstaltungen ist das Gelände von Hafen 2. Hier ist ein Open-Air-Kino, finden sich Ausstellungen und ein House-Club. Es gibt eine Erholungswiese, ein Café und immer wieder neue, progressive Kunst. Das nördliche Nordend liegt nördlich der viel beflogenen Einflugschneise zum Frankfurter Flughafen und hat ein wenig mehr Glück, was die Lärmbelastung angeht, als weite andere Teile der Stadt.

Am Gelände von Hafen 2 führt der Nordring vorbei und es zweigt der Goethering gen Süden ab. Jeden Donnerstag gibt es einen kleinen Erzeugermarkt auf dem Goetheplatz. Am Hafen 2 zweigt auch ein kleiner Mainarm ab, wo sich der Yachthafen befindet. Zwischen ihm und dem Main liegt die Hafeninsel, die derzeit umgestaltet wird. Die Hafeninsel schmiegt sich in den Mainbogen. Der einstige Industriehafen zieht sich bis zur Carl-Ulrich-Brücke.

Die Carl-Ulrich-Brücke führt die L 3001 über den Main und verbindet Offenbach mit Frankfurt-Fechenheim. Bis 1819 verkehrten nur Boote zwischen den beiden Ufern. Dann gab es zeitweilig eine Pontonbrücke und ab 1887 eine Mainbrücke, die 1952-53 durch eine Stahlkonstruktion ersetzt wurde. Die heutige Carl-Ulrich-Brücke ist noch recht jung und stammt aus dem Jahr 2014. Carl Ulrich (1853-1933) war der erste Präsident des Volksstaats Hessen, der von 1918-34 ein Land des Deutschen Reichs war.

Als ein Offenbacher Wahrzeichen bei der Brücke gilt der Mainfischer. Das 1935 aufgestellte Standbild aus Bronze zeigt einen Fischer mit Ölzeug und Stiefeln sowie einer wasserdichten Kopfbedeckung. Ursprünglich hieß es auch nur „der Fischer“, denn seine Ausstattung weist auf Hochseefischerei hin und nicht auf Mainfischerei.

Nahe der Brücke zweigt vom Nordring die Kaiserstraße ab, die von hier aus in südliche Richtung führt. Im Bereich ist auch das Gelände der Messe Offenbach wo kleine bis mittelgroße Fach- und Publikumsmessen stattfinden. 1949 war die erste Messe im damaligen benachbarten Standort des Theaters, heutiges Capitol. Motto seinerzeit war „Lederwarenindustrie und Marshallplan“.

Von der Kaiserstraße zweigt die Goethestraße ab. Dort steht das Capitol. Es ist die ehemalige Synagoge, die von 1913-16 als Kuppelbau im Stil des Neoklassizismus errichtet wurde. Die alte Synagoge war zu klein geworden. Die neue wurde zur Reichskristallnacht geschändet, aber nicht komplett zerstört, da das Bauwerk als nützlich für andere Zwecke angesehen worden war. Es wurde Kino und später ein Theater, allerdings ohne festes Ensemble. Das Capitol ist ein Veranstaltungsort für Kultur, Theater und Konzerte. Drei Säle fassten 1.800 Besucher.

Gegenüber, auf der anderen Seite der Kaiserstraße, ist die neue Synagoge Offenbach. Sie wurde 1956, als erster jüdischer Synagogenneubau in Hessen nach 1945, eingeweiht. Fassadenreste der alten Synagoge finden sich nahe des Marktplatzes in der Innenstadt an der Großen Marktstraße. Man erkennt noch im Mauerwerk aus dem frühen 18. Jahrhundert Rundbogenfenster und eine Thoraschreinnische.

In der Goethestraße finden sich ebenso wie in der nördlich davon parallel verlaufenden Bettinastraße einige denkmalgeschützte Häuser im Stil der Neorenaissance und der Gründerzeit aus den Jahren 1875 bis 1915 circa. Augenfällig ist das Ehemalige Vereinshaus mit der Hausnummer 11 bis 15. Hier steht über dem Portal in großen Lettern „Turnverein“. Das Gebäude wurde 1886 errichtet. Links zieht sich ein dreigeschossiges Mietshaus an der Straße entlang und rechts schließt das zweigeschossige Vereinshaus an mit einem aufwändigen Säulenportal und einer pittoresken Giebelgestaltung. Rund 100 Hausnummern weiter steht die Schillerschule mit ihrem Staffelgiebel. Das Schulgebäude entstand 1910.

Im Karree Goethestraße und Ludwigstraße ist das TAMU Talberg Museum. Es wurde benannt nach Ruben Talberg, einem deutsch-israelischer Maler und Fotograf, der 1964 in Heidelberg geboren wurde. Das Talberg Museum befindet sich in einer alten Schreinerei aus dem Jahr 1891. Der in Offenbach am Main und in Südfrankreich lebende und arbeitende Künstler begründete 1990 den Stil der „Anti-Kapitalistischen-Abstraktion“ und er wird der „Young Jewish Art“ zugerechnet. Etliche seiner Werke sind sehr farbintensive Collagen.

Geht man die Ludwigstraße stadteinwärts, kommt man zum höchsten Kirchturm von Offenbach. Den hat die evangelische Johanneskirche mit 42m. Der Kirchenbau stammt aus dem Jahr 1965. Man sieht Beton und Klinker.

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