Höchstenbach


Höchstenbach liegt am Oberlauf der Wied und schließt sich westlich an das Naturschutzgebiet Oberes Wiedtal an, das 2008 auf 204ha ausgewiesen worden ist. Das Naturschutzgebiet Oberes Wiedtal liegt zum größten Teil auf dem Gebiet der Ortsgemeinde Wied, einer ländlichen Wohngemeinde, die einen schönen Start für Wanderungen ins Wiedtal ermöglicht. Weitere Flächenanteile am Naturschutzgebiet Oberes Wiedtal haben Schenkelberg, Höchstenbach, Hattert, Hartenfels und Hachenburg.

Die Schutzwürdigkeit verdankt das Obere Wiedtal der Tatasache, dass viele verschiedene Biotypen wie zum Beispiel Quellen, kleine Bachläufe, Kleingewässer, Nass- und Feuchtwiesen, Bruchwälder und Uferwälder auf engem Raum zusammenkommen. So ist das Wiedtal Lebensraum zahlreicher, seltener wildlebender Tierarten.

Seltene Vogelarten wie Rotmilan, Graureiher, Schwarz- und Grauspecht, Wasseramsel haben im Oberen Wiedtal ihre Brut- und Nahrungsbiotope. Selbst der farbenprächtige Eisvogel kann hin und wieder bei seinem schnellen Flug über das klare Wasser der Wied beobachtet werden. Auch viele gefährdete Pflanzenarten wie Orchideen, Fieberklee, Sumpfblutauge und Fadenbinse werden durch die extensive Weidenutzung in ihrem Bestand erhalten.

Westlich des Naturschutzgebiets liegt im Höchstenbacher Wald das Marceau-Denkmal. Es wurde von Kaiser Napoleon III. 1863 gestiftet zur Erinnerung an den hier 1796 verwundeten General der französischen Republik, François Séverin Marceau (1769-1796). Der erst 26jährige Marceau befehligte 1796 im ersten Koalitionskrieg zwei Divisionen mit 28.500 Soldaten. Nach Schlachten in Amberg und Würzburg zog er sich an die Lahn zurück, um von hier nach Altenkirchen aufzubrechen. Im Höchstenbacher Wald verwundete ihn die Kugel eines Tiroler Kaiserjägers tödlich.

Im Dorf Höchstenbach ist die evangelische Pfarrkirche St. Georg sehenswert. Die ursprünglich einschiffige, spätromanische Kirche wird von einem achteckigen Spitzhelm gekrönt. In der Apsis wurden 1952 Wandmalereien freigelegt, die vermutlich aus dem 13. Jahrhundert stammen und Christus als Weltenrichter umgeben von Evangeliensymbolen und Heiligengestalten zeigen. Die Emporen der St. Georg Kirche stammen aus dem 18., die Kanzel noch aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.


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