Griesheim

Rund 6km westlich von Darmstadt liegt Griesheim im Wandergebiet Hessisches Ried (nicht zu verwechseln mit dem gut 35km entfernten Frankfurter Stadtteil Griesheim. 

In Griesheim wurde 1908 der erste Flugplatz Deutschlands gegründet, der heute im Darmstädter Stadtgebiet liegt und August-Euler-Flugplatz heißt, benannt nach dem Pionier August Euler (1868-1957), der hier den Flugplatz und die erste deutsche Flugzeugfabrik gründete. Zwischen 1945 und 1992 wurde er zum „Darmstadt Army Airfield“. Heute wird der August-Euler-Flugplatz von der TU Darmstadt betrieben.

In der Nähe, im Griesheimer Sand, war auch ein Truppenübungsplatz. Die Griesheimer Düne südlich vom Flughafen ist ein Naturschutzgebiet. Westlich von Griesheim liegt mit dem Griesheimer Bruch ein weiteres Naturschutzgebiet.

Um abzuschließen, was einmal Griesheim war und nun Darmstadt ist, sei noch folgende Geschichte genannt: die Affäre um den Dagger-Complex, der südlich vom Flughafen liegt. 2013 enthüllte Edward Snowden im Zuge einer Überwachungs- und Spionageaffäre den Komplex als einen wichtigen Standort der NSA. Die National Security Agency der USA hat in der „Dolch-Anlage“ einen militärischen Nachrichtenstützpunkt. Man will damit aber nach Wiesbaden umziehen, heißt es.

Griesheim, mit rund 28.000 Einwohnern die größte Stadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg, hat auch Alt-Griesheim, das sich westlich des Stadtgebiets befindet, mit einigen historischen Gebäuden. Man könnte eine geschichtliche Wanderung am Museum beginnen. Das Museum Griesheim ist in der Groß-Gerauer Straße 18 und 20 in einem stattlichen Gebäude, das vor 1900 von einer jüdischen Kaufmannsfamilie namens Löb errichtet wurde. Das schmuck gebaute Kaufhaus zeigt unten acht Rundbögen, hinter denen sicher früher die Warenauslage war. Die Fenster haben gestaltete Laibungen im historisierenden Stil. Im hinteren Bereich des Museums wurde zusätzlich eine Museums-Scheune eingerichtet. Diese Scheune wurde hierher versetzt.

In der gleichen Straße, mit der Hausnummer 22, steht das älteste Gebäude in Griesheim. Das Fachwerkhaus hat ein massives Untergeschoss und wurde 1620 gebaut. Es hat die französischen Erbfolgekriege und die Weltkriege überstanden! In der Groß-Gerauer Straße 24 ist das Bürgerhaus am Kreuz in einer einstigen Samenhandlung untergebracht. Das große Haus wurde Ende des 19. Jahrhunderts gebaut. Darin entstanden auch Flugzeugteile im Auftrag von August Euler und es beherbergte mal ein Kino, um nur einige Verwendungen zu nennen.

Entlang der einmal quer sich hindurchziehenden Wilhelm-Leuschner-Straße liegen die Grünanlagen Platz Bar-le-Duc mit der Kochschule gegenüber, in westlicher Richtung der Georg-Schlüter-Platz und nahe dem Rathaus Griesheim ist der Bürgerpark. Griesheim denkt zudem an seine jüngeren und älteren Bewohner. Im Rahmen von Projekten wurden 100 Spielstationen für Kinder aufgestellt. An etlichen Standorten wurden zudem Sitzbänke installiert, die es älteren Menschen mit Einschränkungen auch erlauben sich selbstständig wieder zu erheben, durch entsprechende Hilfen.

Das Wahrzeichen von Griesheim steht auf dem Marktplatz mit der Zwiebelfrau. Die Dame im langen Kleid trägt einen Korb auf dem Kopf. Ursprung des Festes war der Gedanke, dass man eine Veranstaltung schaffen wollte, die alt eingesessene Bürger und hinzugezogene einander näher bringt.

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