Gernsbacher Sagenweg im Murgtal (Schwarzwälder Genießerpfade)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 5 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 43 Min.
Höhenmeter ca. ↑350m  ↓350m
Schwarzwald Genießerpfad Gernsbacher Sagenweg

Diese unterhaltsame kleine Runde im nördlichen Schwarzwald hat Sagenhaftes und Mystisches zu bieten. Es geht ins untere Murgtal, südlich von Gernsbach. Einen Höhepunkt liefert das Schloss Eberstein mit einer Sicht über die Weinberge ins Rheintal und ins Murgtal.

Schloss Eberstein, manchmal auch Neu-Eberstein genannt, geht auf eine Spornburg des 13. Jahrhunderts zurück. Gernsbach wird auch als historisches Zentrum im unteren Murgtal bezeichnet. Der anerkannte Luftkurort ist eine Portalgemeinde des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord. Südlich vom historischen Zentrum mit hübscher Altstadt führt unser Sagenweg über Pfade und Naturwege.

Die Runde kann man mit der Uhr oder gegen sie gehen. Wir entscheiden uns gegen den Uhrzeigersinn zu wandern und am Schloss Eberstein zu beginnen, wo auch genügend Parkmöglichkeiten sind. Um das Schloss, heute mit einer Vinothek und einem Platanen-Terrassenbiergarten zum Beispiel, ranken sich natürlich auch einige Sagen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Burg über den Weinbergen zu einem Landschloss ausgebaut.

Wir machen einen ersten Abstecher zum Grafensprung. Hier genießt sich eine fantastische Aussicht. Zum Grafensprung gibt es auch ein bekanntes Heldengedicht, wo die Sage um die Flucht von Wolf Eberstein Thema ist. Eine andere Version berichtet von einer Liebesgeschichte mit unglücklichem Ausgang und Ertrinken in der Murg. Der Fluss Murg liegt östlich des Sagenwegs. Die Murg ist achtzig Kilometer lang und mündet bei Steinmauern an der Grenze zu Frankreich in den Rhein. Von Gernsbach sind das noch etwa 25km.

Vom Schloss zur nächsten Sage am Wachtelbrunnen ist es 1km. Hier am Wachtelweg gibt es einen baumkundlichen Lehrpfad. Die Anfangsbuchstaben der Bäume ergeben das Wort Wachtelweg. Eine Sage erzählt von einem Sturz des Grafen von seinem Ross. Der Brunnen soll zudem besondere Kräfte haben.

Mischwald und ein Zickzackkurs bringen uns zur Engelskanzel. Dort hat der Teufel mit Steinen geworfen, um die Worte des erschienenen Engels, der die Ebersteiner auf den tugendhaften Pfad bringen wollte, abzuwürgen.

Von hier aus geht es zur Klingelkapelle, 1852 erbaut, wo man auch in die Runde einsteigen kann. „Das Klingele“ soll eine Einsiedelei gewesen sein. Klingele heißt es deshalb, weil ein Glöckchen hell bimmelte, um den Klausner vor einer Versuchung durch ein hübsches Weib zu schützen.

Unser Weg führt uns zur Schönen Aussicht nahe Gernsbach. Die lenkt den Blick zum Rockertwald auf der anderen Seite der Murg. Die Sage berichtet, dass die Gräfin von Eberstein sich diesen mit einer List aneignete und sogar einen Schwur tat. Doch das Unrechtgut gedieh nicht und ihr Geist soll im Wald spuken, das Rockertweibel. Wir haben jetzt etwa die Hälfte der Runde und gehen den Frauengrundweg. Der bringt uns zur Erzgrube und zu den Erdmännlein und ihrem unterirdischen Palast. Nur noch 1km und wir sind wieder am Schloss Eberstein.

Bildnachweis: Von Grzegorz Jereczek from Gdańsk, Poland (Obertsrot) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

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