Genfbachtal

Der Genfbach ist ein 10km langes Flüschen, das oberhalb von Blankenheim entspringt und dann weitgehend unbehelligt von Zivilisation durch die Nettersheim-Marmagener Hochfläche blubbert, um in Nettersheim der Urft zuzufließen. Eigentlich also nichts Besonderes, schon gar nicht in der wasserreichen Eifel. Doch mit guten Gründen ist das Genfbachtal in weiten Teilen unter Naturschutz gestellt.

Speziell das untere Genfbachtal hat eine für das Mittelgebirge noch typische Biotop- und Artenvielfalt. In den Auwäldern und Nasswiesen leben Braunkehlchen und Eisvogel, Habicht und Waldkauz, Rotmilan und Sperber. Sie machen es sich gemütlich zwischen Besenginster und Herbstzeitlose, Biebernelle und Flockenblume, Kuckucks-Lichtnelke und Moschus-Malve.

Mitten drin, ungefähr auf halbem Weg von der Quelle bis zur Mündung, steht die Ahekapelle. Die Ahekapelle wurde erst vor einigen Jahren durch viel Engagement aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt und hübsch saniert. Ihr Baujahr liegt um 1330. Die Ahekapelle ist dem Bischof von Servatius geweiht und kann auf eine lange Tradition der Wallfahrt zurückblicken. Im Eingangsbereich ist eine Stempelstelle für Jakobspilger und ein Gästebuch zeigt, wie beliebt die Kapelle als kleine Ruheoase ist.

Die Ahekapelle hat ein schlichtes Schiff von 4 x 9m und einen dreiseitig abgeschlossenen höheren Chor. Er stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und außen gliedern sich sechs Strebepfeiler an. Vermutlich steht die Ahekapelle auf Fundamenten einer Villa rustica. Die Holzstatue des heiligen Servatius stammt aus dem 15. Jahrhundert. Jedes Jahr am 13. Mai, zum Fest des Heiligen, findet ab 10:00 Uhr eine Prozession zur Ahekapelle statt und anschließend wird gefeiert.