„Die feindlichen Brüder“ heißt eine Sage aus dem 16. Jahrhundert, die um die dicht beieinanderstehenden Burgen Sterrenberg und Liebenstein in der Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal, die 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde, kreist. In der Sage geht es um Liebe, Glück, Kreuzzüge, enttäuschte Liebe und Rückzug nebst Streitbeilegung. Die Burgen stehen rechtsrheinisch bei Kamp-Bornhofen.
Auf der gleichen Seite und nah unseres Starts steht auch das Kloster Bornhofen der Franziskaner und Rückzugsort in der Sage, mit der Marien-Wallfahrtskirche. All das können wir uns zu Beginn oder später anschauen. Vom Parkplatz aus steigen wir in die Runde ein und schlängeln uns über Schieferfels zu den Burgen hinauf durch den Wald und können schöne Rheinblicke genießen.
Burg Sterrenberg wird unternehmerisch als Eventlocation betrieben und bietet auch Führungen, Gastronomie sowie Übernachtungen. Die Burg geht auf das 12. Jahrhundert zurück, eventuell älter, was allerdings nicht belegt ist. Es hat sich einiges verändert. Aus der Ursprungsanlage stammen die sogenannte Streitmauer und der Bergfried. Der weiße Turm mit Zinnen kann zur Aussicht genutzt werden (saisonale Öffnungszeiten). Von den Mauern hat man einen fantastischen Blick auf den Rhein. Gegenüber liegt Bad Salzig (Boppard).
Kurz darauf sind wir bei der Burg Liebenstein aus dem 13. Jahrhundert. Damals war sie die Vorburg von Sterrenberg. Albrecht von Lewenstein ließ diese Burg etwas später aufgrund von Familienstreitigkeiten zu einer eigenständigen Burg ausbauen und die Schildmauer errichten, die Streitmauer. Diese Burg ist die höchstgelegene am Mittelrhein. Hier führt auch der Rheinsteig vorbei. Burg Liebenstein war im 16. Jahrhundert so weit verfallen, dass sie als unbewohnbar galt. In den 1970er Jahren wurden Restaurierungen vorgenommen. So dient der Hauptwohnturm mit Anbau heute einem Restaurant und Hotel. Aussichten hat man von hier ebenfalls!
Wir wandern noch ein wenig mit Anstieg und einer Himmelsleiter durch Mischwald am Gebackenberg auf dem Forstweg, an dem ein Römergedenkstein zu finden ist. Die Route biegt zum Bornhofer Berg (319m) ein. Hier sind eine Wanderrast, eine Streuobstwiese und der Blick streift über die Flur. Wir wandern in Richtung Pfählsberg und weiter absteigend mit Ausguckmöglichkeiten kommen wir am Wanderparkplatz Pfählsberg-Kamp vorbei nach Kamp-Bornhofen runter.
Entlang dem Rheinufer geht’s zum Franziskaner- und Wallfahrtskloster von Bornhofen. Die Marienkirche mit wundertätigem Bildnis wurde 1435 fertig und durch den Wallfahrtsandrang entstand von 1680 bis 1684 das Kloster.
Bildnachweis: Von Jörg Braukmann [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons
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