Fürth im Ostertal (Ottweiler)

Der Ottweiler Stadtteil Fürth liegt im Ostertal. Die Oster ist ein knapp 31km langer Fluss, entspringt bei Oberkirchen und mündet bei Wiebelskirchen in die Blies. Wenn man heute durch das Ostertal wandert, kann man Zeuge des Ergebnisses der Renaturierung der Oster werden, die seit 1990 abschnittweise umgesetzt wurde. Jetzt plätschert sie wieder wild und munter.

Wo ein Bach ist, vermutet man nicht zu Unrecht eine Mühle und die hat Fürth, das einstige Bergmanns- und Bauerndorf, mit der Wern’s Mühle zu bieten. 1841 war der Beginn der Mühle in Fürth. Sie erhielt in den Folgejahren Anbauten und wurde eine Ölmühle (Stampfmühle). So wie sie 1877 war, ist sie heute noch zu sehen. Der Mahlbetrieb endete 1959 und seit 1990 ist Wern’s Mühle ein Ölmühlenmuseum.

Ein weiterer historischer Bau in Fürth ist der alte Kirchturm, genannt Römerturm. Der spätgotische Turm wurde im 15. Jahrhundert gebaut, also Mittelalter, nicht zur Römerzeit. Der heute etwas einsam wirkende Turm mit dem Satteldach war Teil einer zuletzt evangelischen Kirche. Die verfiel allerdings im 18. Jahrhundert.

Auch einen Römer im Namen und auch nichts mit dem frühen Volk zu tun, hat die Römerbrücke in Fürth. Sie wurde um 1550 aus Sandsteinquadern gebaut, hat vier Bögen und hatte mal einen Brückenheiligen dabei, jetzt ein verwaister Sockel. Die Brücke wurde für Fußgänger ausgebaut und man sollte sich die Gitterkonstruktion oben wegdenken und sich nur die historische Substanz ansehen, um den einstigen Charakter der Brücke zu erleben.

Durch das Ostertal führt die Ostertalbahn von Ottweiler bis hinauf nach Schwarzerden, einem Ortsteil von Freisen. Seit einigen Jahren fährt hier eine Museumsbahn, die zu besonderen Anlässen auch mit Dampflokbespannung unterwegs ist.