Essen-Heidhausen

Zentrumsnah und doch im Grünen liegt der Essener Stadtteil Heidhausen, der zu Dreiviertel aus Grünfläche besteht. In Essens grünem Süden können Wanderer manchen Weitblick genießen, denn in Heidhausen an der Preutenborbeckstraße liegt der höchste Punkt im Stadtgebiet von Essen: Eine Tafel informiert über die Höhe von 202,54m über NN.

Es gab in Heidhausen einst rege Betriebsamkeit, aber unter Tage. Spuren von sieben Zechen findet man dort, deren Rechte später an die Zeche Pauline übertragen wurden. Die älteste Zeche in Heidhausen begann den Steinkohleabbau bereits 1753. In der Zeche Pauline wurde bis 1916 die Kohle aus den Flözen geholt. Dort wo einst im Dunkeln gehämmert und gebohrt wurde, wird heute gegolft. An der Ruhr und westlich des Ortskerns von Heidhausen erstreckt sich der Golfclub Haus Oefte bis nach Kettwig.

Zwischen Golfclub und Heidhausen liegt die Straße Pastoratsberg. Dort ist die Alteburg aus der Zeit um 800 als Bodendenkmal geschützt. Von der karolingischen Ringwallanlage sieht das geübte Auge noch einige aufgeschichtete Steine unter Moos und hinter Farnen. Nur noch eine Hinweistafel erinnert an eine ähnliche Anlage an der Straße Pastoratsberg, wo von 900 bis 1100 die Herrenburg aus Bruchsteinen gestanden hat.

Im Ortskern am Heidhauser Platz steht das Alte Rathaus, das 1910-11 im historisierenden Stil gebaut wurde. Man sieht Rundbogenfenster im ersten und teilweise zweiten Geschoss, ein Portal in einem Mittelrisalit mit Säulen und Volutengiebel. Links ist ein Eckerkerchen und obenauf ein Glockentürmchen. Im Alten Rathaus ist die Übernachtungsmöglichkeit „Rathaus 1910“ zu finden – mit Selbstversorgung.

An der Heidhauser Straße steht das L-förmige Gebäude der einstigen Gaststätte Ratskrug. Das Haus wurde 1732 gebaut und nach einem Brand 1785 wieder errichtet. Damals zog die Poststation mit einem Beherbergungsbetrieb ein. Die Gaststätte mit einem Bruchsteingiebel, Fachwerk und Verschieferung wurde 2015 an einen Graf verkauft, der sich dort einen Familiensitz einrichten will.

Ein Stück die Straße weiter steht das Kamillushaus mit der Kamilluskirche. Erbaut wurde das Kamillushaus 1901. Die Kirche der Kamillianer ist die Krankenhauskapelle der heutigen Suchtklinik Kamillushaus. Die Kamillianer sind ein Krankenpflegeorden der römisch-katholischen Kirche, der sich im 16. Jahrhundert gegründet hat. Im Kamillushaus können Alkohol-, Medikamenten und Suchtmittelabhängige Hilfe finden. Die dreigeschossige Fachklinik mit Mansarddach wurde aus Ziegelsteinen errichtet und der Sockel aus Natursteinen, so wie die Kamilluskirche.