Kettwiger See


Der Kettwiger See ist flussabwärts der letzte der sechs Ruhrstauseen und wurde 1940-50 angelegt. Aus der Vogelperspektive betrachtet, verbreitert er die Ruhr, die hier bis zu sechs Meter aufgestaut wird. 1,42 Mio. Kubikmeter Wasser halten sich zwischen zwei 44m breiten Wehröffnungen auf, insgesamt 55ha Fläche werden so bedeckt.

Rückpumpwerke können dorthin Wasser zurückführen, um beispielsweise bei Trockenheit die Trinkwasserversorgung zu gewährleisten. Hochwasserabführungen können auch zum Einsatz kommen. Auch ein Laufwasserkraftwerk steht hier, das kann im Jahresmittel 16 Mio. Kilowattstunden erzeugen. Das reicht für grob gerechnet 4.500 Haushalte.

Am Stauwehr, auf der rechten Seite der Ruhr, ist auch eine Schleuse. Hier endet der Schiffsverkehr der Weißen Flotte der Stadt Mülheim und beginnt der Schiffsverkehr der Weißen Flotte Baldeney aus Essen. Am gegenüber liegenden Ufer gibt es den S-Bahnhof Kettwig Stausee.

Einen Seitenwechsel über die Ruhr ermöglicht die Kettwiger Ruhrbrücke. 1282 wurde erstmalig eine Brücke über die Ruhr erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg bitter umkämpft, wurde sie schließlich 1635 abgerissen. Über 200 Jahre lang wurde dann eine Fähre betrieben. Erst 1865 stand wieder eine Kettwiger Ruhrbrücke. Es gab sogar einen Brückenzoll. Die Brücke hielt aber nur bis in die letzten Monate des Zweiten Weltkriegs und wurde von Deutschen zerstört. Es musste eine neue her und die wurde 1950 dem Straßenverkehr übergeben.

Der südliche Teil von Kettwig am linken Ruhrufer wird auch Kettwig vor der Brücke genannt. In Kettwig vor der Brücke steht die katholische St. Joseph Kirche aus dem Jahr 1937. Für den Turm war damals nicht genug Geld da, er wurde erst 1952 vollendet. Benachbart zur Kirche steht der Mühlenhof, der bereits im 15. Jahrhundert bezeugt wurde und zum Schloss Hugenpoet gehörte. Nach einer Restaurierung 1989 ist dort heute das Pfarrheim.

Südlich des Kettwiger Sees in Richtung Isenbügel führt einen die Charlottenhofstraße an der Fachklinik Rhein-Ruhr vorbei und zum Charlottenhof. Der Charlottenhof war eine Unternehmervilla, die auf den Bauherrn Friedrich Flick (1883-1972) zurückgeht. Der Charlottenhof wurde in den 1920ern gebaut und ging später an die Volkswohlfahrt. Das Ensemble erhielt einige Neubauten und wird heute als Jugendbildungsstätte St. Altfrid des Bistums Essen verwendet.

Wandert man vom Kettwiger See ein Stück flussaufwärts, kommt man zum Schloss Oefte. Seine Ersterwähnung war im 9. Jahrhundert. Schloss Oefte befindet sich auf dem Gelände des Golfclubs Haus Oefte. Man sieht ein burgig wirkendes Anwesen mit Türm und Treppengiebel. Das zweiflügelige mit Bruchsteinen verkleidete Gebäude erhielt sein Antlitz durch Umbauten und Restaurationen im 19. Jahrhundert. Im unteren Teil des Nordwestflügels sind Spuren der romanischen Bauart aus dem 12. und 13. Jahrhundert vorhanden.


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