Schloss Hugenpoet

Im Essener Stadtteil Kettwig steht Schloss Hugenpoet, dessen Wassergräben vom Alpenbach gespeist werden. Die Quellen des Alpenbachs liegen im Bereich des Schlosses Landsberg, das wenig entfernt auf der anderen Seite der Landstraße nach Kettwig liegt.

Schloss Hugenpoet, in dem heute ein 5-Sterne-Hotel beherbergt ist, stammt aus der Bauzeit 1647-96. Die ersten Besitzer waren die Herren von Nesselrode, genannt Hugenpoet. Die Geschichte davor geht ins 8. Jahrhundert zurück, als an der Stelle ein Königsgut von Karl dem Großen stand. Das wurde zu einer wehrhaften Burg ausgebaut. Aus dieser Zeit sind heute jedoch nur noch Reste der Gräben und der Burgweiher erhalten. Die Ritter von Hugenpoet bauten 1509 einen neuen Sitz an der Stelle des heutigen Schlosses. Der wurde im Dreißigjährigen Krieg vollkommen zerstört. Die Herren von Nesselrode zu Hugenpoet errichteten darauf hin die jetzige Anlage und die besteht aus einer äußeren Vorburg, einer inneren Vorburg und dem Herrenhaus.

Die äußere Vorburg steht westlich der anderen Schlossgebäude, ist eingeschossig und hat ein freistehendes Portal über einer steinernen Bogenbrücke. Man sieht das Wappen der Familien Nesselrode und Winkelhausen sowie eine Inschrift mit Namen und Baudatum. Am Südflügel ist ein Turm angebaut. Da man Schießscharten im Mauerwerk ausmachen kann, wird angenommen, dass man hier mit der Substanz der Burg von 1509 weitergearbeitet hat.

Über eine Brücke gelangt man durch ein rundbogiges schmuckes Portal mit Wappen und Pilastern zur inneren Vorburg. Der Portalbau ist zweigeschossig. Die innere Vorburg wird von zwei langgestreckten Gebäuden gebildet, die einen Innenhof bilden. Der westliche Bau der Vorburg beherbergt die Schlosskapelle, die um 1880 im Stil des Historismus neu gestaltet wurde, was auch für die anderen Räume der inneren Vorburg gilt.

Das zweigeschossige Herrenhaus mit dem Hotel, das 37 Zimmer und Suiten sowie mit dem Hugenpöttchen ein Restaurant hat, steht auf rechteckigem Grundriss und im Wasser. Die zwei stämmigen Flankierungstürme mit drei Geschossen tragen eine geschweifte Haube mit achtseitigen Laternen und Wetterfahnen. Der Mittelrisalit ist mit einem Volutengiebel geziert. Erhalten haben sich ein Troja-Kamin und Renaissancekamine aus dem 16. Jahrhundert.

Unweit von Schloss Hugenpoet in nördlicher Richtung an der Ruhr liegt das Naturschutzgebiet Untere Kettwiger Ruhraue. Es erstreckt sich über insgesamt knapp 25ha, von denen 4/5 im Gebiet von Essen-Kettwig sind und der Rest zu Mülheim zählt. Der rund 1.600m lange Streifen zeigt sich mit Weidengebüschen, stickstoffliebenden Hochstauden und Stillgewässerbuchten. Entlang des Ufers verläuft ein Pfad. Geschützt wird das Gebiet aufgrund des Erhalts eines Ufer- und Auenbiotops mit der entsprechenden Flora und Fauna. Auch ist das Areal wichtig im Biotopverbund eines Ballungsraums.

Ähnlichen Zielen verpflichtet ist das Naturschutzgebiet Wälder bei Hugenpoet und Landsberg, das sich südlich von Schloss Hugenpoet befindet. Es befindet sich im Beritt von Ratingen und kommt auf knapp 199ha. Buchenwald, Stieleichen, Hainbuchen und Auenwald stehen unter Schutz und man möchte mit der Zeit die Nadelwälder wieder durch bodenständigen Laubwald ersetzen.